Totenfürsorge: Darf ich meine Frau anonym bestatten lassen, ohne unsere Kinder zu informieren?

  1. Startseite
  2. T
  3. Totenfürsorge: Darf ich meine Frau anonym bestatten lassen, ohne unsere Kinder zu informieren?

Gerhard Ruby - Portrait

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby, spezialisiert auf Erbrecht.

 

Meine Ehefrau ist verstorben. Nach dem Tod haben sich die Kinder und ich zerstritten. Ich bin ganz schön sauer. Jetzt will ich meine Frau anonym beerdigen lassen, ohne den Kindern zu sagen wann und wo die Beerdigung stattfindet. Darf ich das?

Nein.

Das Amtsgericht Frankfurt am Main hat in einem solche Fall folgendermaßen entschieden:

Unter den nächsten Angehörigen gebührt dem überlebenden Ehegatten zwar ein Vorrecht bei der Wahrnehmung der Totenfürsorge. Das Recht zur Totenfürsorge umfasst aber nicht die Befugnis, ohne entsprechenden Willen des Verstorbenen eine anonyme Beerdigung unter Ausschluss der anderen nächsten Angehörigen anzuordnen.

AG Frankfurt am Main, Urteil vom 19.6.1997, Az.:  32 C 1486/97

 

 Ruby – Die Kanzlei für Erbrecht – Wir helfen Ihnen – Überall in Deutschland – Tel. 07721 / 9930505

Wichtig: Auch wenn sich auf unserer Homepage vieles für Sie einfach darstellen mag, fehlt auch dem intelligentesten Laien der Gesamtüberblick im Erbrecht. Oft werden schwierigste Punkte, die scheinbar im Vordergrund stehen, verstanden, grundlegende andere Probleme, die für den konkreten Fall wirklich entscheidend sind, aber gar nicht gesehen. Wir empfehlen Ihnen daher, unsere günstige Erstberatung von bis zu 1,5 Stunden in Anspruch zu nehmen. Die Erstberatung kann persönlich, telefonisch, schriftlich oder per Mail erfolgen. Sie kostet nur 190 Euro plus Mehrwertsteuer (eventuell noch Postgebührenpauschale, also im Ergebnis 226,10 oder 249,90 Euro). Sparen Sie nicht am falschen Ort. Oft müssen die Erben später viele Jahre prozessieren und Zigtausende an Anwalts- und Gerichtskosten zahlen, nur weil der Erblasser die geringen Erstberatungskosten sparen wollte. Übrigens: Bei einer Erstberatung durch uns erhalten Sie Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung kostenlos.

Das könnte Sie auch interessieren

Wiederverheiratungsklausel: Bindung an die Schlusserbeneinsetzung im Berliner Testament entfällt mit Wiederheirat

Druckansicht öffnen  [ 03.11.2013 ] Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby Frage: Es geht darum, dass mein verstorbener Vater Schenkungen an seine zweite Ehefrau gemacht hat, die er wegen eines gemeinschaftlichen Testaments mit meiner Mutter, seiner verstorbenen ersten Ehefrau, nicht machen durfte.  Ich bin die einzige Tochter meines Vaters aus dessen erster Ehe mit meiner 1992…

Pflichtteilsentziehung und Verzeihung

Pflichtteilsentziehung und Verzeihung. Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby Pflichtteilsentziehung und Verzeihung Frage: Ich bin das einzige Kind meines verstorbenen Vaters. Er hat seine Lebensgefährtin in seinem Testament zur Alleinerbin eingesetzt. Mir hat er den Pflichtteil entzogen, weil ich einige Jahre im Gefängnis wegen schwerer Straftaten einsaß. Das hat mich nun doch sehr überrascht. Wir haben nämlich…

Was ist eine „verschleierte Schenkung“?

Druckansicht öffnen  [ 12.12.2014 ] Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby Wenn ein Ehegatte durch ein Berliner Testament gebunden ist, z.B. dahin dass die Kinder Schlusserben werden, kann er dennoch Gegenstände seines Vermögens verschenken. Dies birgt die Gefahr in sich, dass er Gegenstände verschenkt, z.B. an sein Lieblingskind und so das andere Kind um sein Erbe…

Menü