Unfalltod: Wer erbt?

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Unfalltod: Wer erbt?

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby, Fachanwalt für Erbrecht, Villingen-Schwenningen, Rottweil, Radolfzell

Wer erbt, wenn meine Frau und ich zusammen verunglücken und wir kein Testament haben?

Das kommt darauf an, wer zuerst gestorben ist.

  • 87,5 % können an die Verwanden Ihrer Frau gehen

Sind Sie zuerst gestorben und stirbt ihre Frau kurz später, erbt Ihre Frau Im Regelfall nach dem Gesetz zunächst 3/4 Ihrer Erbschaft und Ihre Eltern bzw. ihre Geschwister 1 / 4 der Erbschaft. 3/4 Ihrer Erbschaft gehen dann nach dem Tod Ihrer Frau, die kurz nach Ihnen stirbt, an die Verwandten Ihrer Frau. Das Vermögen, das Ihre Frau schon vor dem Unfall hatte, geht zu 100 % an Ihre Frau. War Ihr Vermögen gleich verteilt, gehen also insgesamt 87,5 % des Gesamtvermögens an die Verwandten Ihrer Frau.

  • Im Ausnahmefall: Je 50 % gehen an die Verwandten von Mann und Frau

Anders ist dies, wenn nicht festgestellt werden kann, ob Ihre Frau oder Sie zuerst verstorben sind. Dann gilt die so genannte Kommorientenvermutung (= Gleichzeitigkeitsvermutung) des § 11 Verschollenheitsgesetz. Kann nicht festgestellt werden, dass von mehreren Gestorbenen der eine den anderen überlebt hat, so wird vermutet, dass sie gleichzeitig gestorben sind. Da aufgrund dieser Vermutung Sie und Ihre Frau als gleichzeitig verstorben gelten, können sie sich nicht mehr gegenseitig erben. Sowohl Sie als auch Ihrer Frau werden dann alleine von den eigenen Verwandten, nicht aber vom Ehegatten, beerbt.

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