Versicherung: Ex-Ehegatte „erbt“ die alte Versicherung und der aktuelle Ehegatte schaut in die Röhre

  1. Startseite
  2. Tipps & Tricks
  3. Versicherung: Ex-Ehegatte „erbt“ die alte Versicherung und der aktuelle Ehegatte schaut in die Röhre

Druckansicht öffnen 

[ 17.04.2015 ]

Gerhard Ruby - Portrait

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Oft streiten zweiter und erster Ehegatte um die Versicherung des Erblassers, wenn diese während der Ehe des ersten, mittlerweile geschiedenen Ehegatten abgeschlossen wurde. Enthält der Versicherungsschein die Formulierung , dass der „Ehegatte der versicherten Person“ das Geld erhalten soll, stellt die Rechtsprechung auf den Ehegatten ab, der im Zeitpunkt des Vertragabschlusses der Bezugsberechtigte war. Der geschiedene Ex-Ehegatte lacht sich ins Fäustchen und Ehegatte Nummer 2 schaut in die Röhre.

Der Bundesgerichtshof entschied in einem solchen Fall:

Die Erklärung des Versicherungsnehmers in einem Versicherungsantrag, im Falle seines Todes solle „der Ehegatte der versicherten Person“ Bezugsberechtigter der Versicherungsleistung sein, ist auch im Fall einer späteren Scheidung der Ehe regelmäßig dahin auszulegen, dass der mit dem Versicherungsnehmer zum Zeitpunkt der Festlegung der Bezugsberechtigung verheiratete Ehegatte begünstigt sein soll.

BGH, Urteil vom 14.2.2007 – Aktenzeichen: IV ZR 150/05

Erbrechtkanzlei Ruby – Wir machen nur Erbrecht – Wir helfen Ihnen – Überall in Deutschland – Tel. 07721 / 9930505


Wichtig: Auch wenn sich auf unserer Homepage vieles für Sie einfach darstellen mag, fehlt auch dem intelligentesten Laien der Gesamtüberblick im Erbrecht. Oft werden schwierigste Punkte, die scheinbar im Vordergrund stehen, verstanden, grundlegende andere Probleme, die für den konkreten Fall wirklich entscheidend sind, aber gar nicht gesehen. Wir empfehlen Ihnen daher, unsere günstige Erstberatung von bis zu 1,5 Stunden in Anspruch zu nehmen. Die Erstberatung kann persönlich, telefonisch, schriftlich oder per Mail erfolgen. Sie kostet nur 190 Euro plus Mehrwertsteuer (eventuell noch Postgebührenpauschale, also im Ergebnis 226,10 oder 249,90 Euro). Sparen Sie nicht am falschen Ort. Oft müssen die Erben später viele Jahre prozessieren und Zigtausende an Anwalts- und Gerichtskosten zahlen, nur weil der Erblasser die geringen Erstberatungskosten sparen wollte. Übrigens: Bei einer Erstberatung durch uns erhalten Sie Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung kostenlos.

Das könnte Sie auch interessieren

Gilt meine alte Patientenverfügung weiter?

Gilt meine alte Patientenverfügung weiter? Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby Gilt meine alte Patientenverfügung weiter? Frage: Ist nach dem neuen Gesetz meine alte Patientenverfügung noch gültig? Antwort: Ja! Endlich ist gesetzlich klargestellt dass sich Ärzte, Betreuer und Gerichte an die Patientenverfügung halten müssen. Voraussetzung ist, dass die Patientenverfügung schriftlich vorliegt, eindeutige Regelungen enthält und genau…

Wie unser Erbrecht funktioniert – Das sollten Sie wissen

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby Wie unser Erbrecht funktioniert ? Verblüffend einfach Die Antwort darauf, wie unser Erbrecht funktioniert, ist zunächst verblüffend. Eigentlich geht alles automatisch. Das Gesetz regelt die gesetzliche Erbfolge, so dass sogar ohne Testament feststeht, wer Erbe wird. Mit dem Todesfall geht die Erbschaft von selbst und automatisch auf den oder die…

Versorgungsvertrag: Vorweggenommene Erbfolge mit Alterssicherung

Versorgungsvertrag. Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby Versorgungsvertrag Bei der vorweggenommen Erbfolge wird ein naher Verwandter, meist einer der gesetzlichen Erbe im Vorgriff auf das spätere Erbe, vom zukünftigen Erblasser bedacht, und zwar meist mit einem Hausgrundstück. Beim Versorgungsvertrag steht dabei die Alterssicherung des Übergebers im Blickpunkt. Die Versorgungsleistungen, die vom Übernehmer gegenüber dem Übergeber zu…

Menü