Wann beginnt eigentlich die Testamentsvollstreckung?

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Wann beginnt die Testamentsvollstreckung? Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Wann beginnt die Testamentsvollstreckung?

Wenn der Verstorbene für die Abwicklung seines Nachlasses einen Testamentsvollstrecker eingesetzt, beginnt dessen Amt als Testamentsvollstrecker nicht sofort mit dem Todesfall.

Nach § 2202 BGB beginnt nämlich das Amt des Testamentsvollstreckers erst in dem Zeitpunkt, in dem der zum Testamentsvollstrecker Ernannte sein Amt durch Erklärung gegenüber dem Nachlassgericht annimmt. Erforderlich ist also eine Annahmeerklärung gegenüber dem Nachlassgericht.

Vor allem wenn der Testamentsvollstrecker erst durch die Testamentseröffnung überhaupt davon erfährt, dass er Testamentsvollstrecker sein soll und Testamentsvollstreckung angeordnet ist, kann zwischen dem Todestag und dem Beginn des Amts als Testamentsvollstrecker ein mehrwöchiger, je nach der Bearbeitungsdauer des Nachlassgerichts sogar ein mehrmonatiger Zeitraum liegen.

Dies ist natürlich oft nicht im Sinne des Erblassers, da dieser ja den Testamentsvollstrecker einsetzt, damit dieser unverzüglich den Nachlass verwaltet und vor allem auch sichert.

In der Praxis kann hier Abhilfe geschaffen werden, indem derjenigen Person, die Testamentsvollstrecker werden soll, zusätzlich eine postmortale Vollmacht erteilt wird.

Hierbei handelt es sich um eine Generalvollmacht, die erst ab dem Todestag (in aller Regel in Verbindung mit einer Sterbeurkunde) gültig ist. Man nennt diese Vollmacht postmortale Vollmacht, weil sie erst nach dem Tod (post = nach) gilt. Dann kann nämlich die als Testamentsvollstrecker auserwählte Person bereits unmittelbar mit dem Tode mit der Nachlasssicherung und Verwaltung beginnen.

Dann spielt es auch keine Rolle, wie schnell das Nachlassgericht die Testamente oder Erbverträge eröffnet und den Testamentsvollstrecker hierüber informiert.

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