Wann haftet der Erbe nur mit dem Vermögen aus dem Nachlass, wann allerdings mit seinem eigenen?

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[ 10.01.2015 ]

Gerhard Ruby - Portrait

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Der Erbe haftet nicht mit seinem eigenen Vermögen, sondern nur mit dem aus dem Nachlass,

  • bei Anordnung der Nachlassverwaltung (§ 1975 BGB),
  • bei Eröffnung des Nachlassinsolvenzverfahrens (§ 1975 BGB),
  • bei Durchführung des Aufgebotsverfahrens gegenüber ausgeschlossenen Gläubigern auf Einrede des Erben (§§ 1973, 1974 BGB),
  • bei Nichtdurchführung der Nachlassverwaltung oder des Nachlassinsolvenzverfahrens wegen Dürftigkeit des Nachlasses auf Einrede des Erben (§ 1990 BGB) und
  • bei Überverschuldung des Nachlasses durch Vermächtnisse und Auflagen auf Einrede des Erben (§ 1992 i.V.m. 1990 BGB).

Der Erbe haftet auch mit seinem eigenen Vermögen, wenn die

  • Voraussetzungen einer beschränkten Erbenhaftung nicht erfüllt werden,
  • wenn es sich um Nachlasserbschulden handelt oder
  • wenn er unbeschränkt haftet (§§ 2005, 2013, 2006 Abs. 3 BGB).

Die Haftungsbeschränkungen gelten auch für die Haftung der Miterben einer Erbengemeinschaft.

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