Wann haftet der Erbe mit seinem eigenen Vermögen für Nachlassschulden?

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Wann haftet der Erbe mit seinem eigenen Vermögen für Nachlassschulden? Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Wann haftet der Erbe nur mit dem Nachlass und wann mit seinem eigenen Vermögen für Nachlassschulden?

Der Erbe haftet nicht mit seinem eigenen Vermögen, sondern nur mit dem aus dem Nachlass,
  • bei Anordnung der Nachlassverwaltung (§ 1975 BGB),
  • bei Eröffnung des Nachlassinsolvenzverfahrens (§ 1975 BGB),
  • bei Durchführung des Aufgebotsverfahrens gegenüber ausgeschlossenen Gläubigern auf Einrede des Erben (§§ 1973, 1974 BGB),
  • bei Nichtdurchführung der Nachlassverwaltung oder des Nachlassinsolvenzverfahrens wegen Dürftigkeit des Nachlasses auf Einrede des Erben (§ 1990 BGB) und
  • bei Überverschuldung des Nachlasses durch Vermächtnisse und Auflagen auf Einrede des Erben (§ 1992 i.V.m. 1990 BGB).
Der Erbe haftet auch mit seinem eigenen Vermögen, wenn die
  • Voraussetzungen einer beschränkten Erbenhaftung nicht erfüllt werden,
  • wenn es sich um Nachlasserbschulden handelt oder
  • wenn er unbeschränkt haftet (§§ 2005, 2013, 2006 Abs. 3 BGB).

Die Haftungsbeschränkungen gelten auch für die Haftung der Miterben einer Erbengemeinschaft.

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