Wann kann man etwas gutgläubig von einem im Erbschein als Erben Bezeichneten erwerben?

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[ 10.01.2015 ]

Gerhard Ruby - Portrait

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Dazu muss der Erbschein vom Nachlassgericht dem Erben erteilt und nicht eingezogen oder für kraftlos erklärt worden sein (§ 2361 BGB). Es muss sich um einen rechtsgeschäftlichen Erwerb handeln, was bedeutet, dass ein Rechtserwerb kraft Gesetzes (bspw. durch einen weiteren Erbgang oder durch Zwangsvollstreckung) nicht möglich ist. Das Rechtsgeschäft muss sich auf einen Erbschaftsgegenstand beziehen. Ein Erwerb auf Grund des Kaufs einer Erbschaft im Ganzen oder eines Teils (§ 2371 BGB) zählt nicht dazu. Als Erwerber muss man gutgläubig sein. Das bedeutet, dass man sich zum einen bewusst sein muss, einen Erbschaftsgegenstand zu erwerben und zum anderen darf man keine Kenntnis von der Unrichtigkeit des Erbscheins oder von dem Rückgabeverlangen des Nachlassgerichts haben.

Sollte man auf einen Scheinerben „hereinfallen“, kann man nicht den tatsächlichen Erben stattdessen verpflichten, Leistungen wie Zahlungen oder ähnliches zu erbringen. Umgekehrt ist man dem wahren Erben auch nicht zur Leistung verpflichtet.

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