Wann tritt die Erbunwürdigkeit trotz Grund nicht ein?

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Wann tritt die Erbunwürdigkeit trotz Grund nicht ein? Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Wann tritt die Erbunwürdigkeit trotz Grund nicht ein?

Wenn vor dem Eintritt des Erbfalls 

  • die Verfügung, zu deren Errichtung der Erblasser bestimmt worden ist, unwirksam geworden ist,
  • die Verfügung in deren Ansehung die strafbare Handlung begangen worden ist, unwirksam geworden ist
  • die Verfügung, zu deren Aufhebung der Erblasser bestimmt worden ist, unwirksam geworden sein würde.

Beispiel: A, hat den Erblasser, seinen Vetter, dessen nächster gesetzlicher Erbe er ist, gezwungen ein eigenhändiges Testament zu errichten, in dem der Geliebten des A 20.000 Euro vermacht werden. Ein Ersatzvermächtnisnehmer wird nicht benannt. Nun stirbt die Geliebte v o r dem Erblasser. Ihr Einsetzung als Vermächtnisnehmerin ist dadurch unwirksam und A ist nicht mehr erbunwürdig.

§ 2339 BGB Gründe für Erbunwürdigkeit
   (1) Erbunwürdig ist:
   1. wer den Erblasser vorsätzlich und widerrechtlich getötet oder zu töten versucht oder in einen Zustand versetzt hat, infolge dessen der Erblasser bis zu seinem Tode unfähig war, eine Verfügung von Todes wegen zu errichten oder aufzuheben,
   2. wer den Erblasser vorsätzlich und widerrechtlich verhindert hat, eine Verfügung von Todes wegen zu errichten oder aufzuheben,
   3. wer den Erblasser durch arglistige Täuschung oder widerrechtlich durch Drohung bestimmt hat, eine Verfügung von Todes wegen zu errichten oder aufzuheben,
    4.wer sich in Ansehung einer Verfügung des Erblassers von Todes wegen einer Straftat nach den §§ 267, 271 bis 274 des Strafgesetzbuchs schuldig gemacht hat.
   (2) Die Erbunwürdigkeit tritt in den Fällen des Absatzes 1 Nr. 3, 4 nicht ein, wenn vor dem Eintritt des Erbfalls die Verfügung, zu deren Errichtung der Erblasser bestimmt oder in Ansehung deren die Straftat begangen worden ist, unwirksam geworden ist, oder die Verfügung, zu deren Aufhebung er bestimmt worden ist, unwirksam geworden sein würde.

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