Was ist ein Berliner Testament?

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[ 18.12.2014 ]

Gerhard Ruby - Portrait

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Ein Testament unter Ehegatten, das der eine schreibt und unterschreibt und der andere mitunterschreibt. Das Berliner Testament regelt zwei Erbgänge:

  • die Erbeinsetzung des einen Ehegatten zum Zeitpunkt des Todes des anderen (Tod des ersten Ehegatten)
  • und die Erbfolge des längerlebenden Ehegatten (Tod des überlebenden Ehegatten).

Die Einsetzung des Ehegatten zum Vollerben und des Dritten (in der Regel die Kinder) zum Schlusserben muss in einem gemeinschaftlichen Testament erfolgen, wenn die Auslegungsregeln (§ 2269 BGB) gelten sollen.

§ 2269 BGB Gegenseitige Einsetzung
(1) Haben die Ehegatten in einem gemeinschaftlichen Testament, durch das sie sich gegenseitig als Erben einsetzen, bestimmt, dass nach dem Tode des Überlebenden der beiderseitige Nachlass an einen Dritten fallen soll, so ist im Zweifel anzunehmen, dass der Dritte für den gesamten Nachlass als Erbe des zuletzt versterbenden Ehegatten eingesetzt ist.
(2) Haben die Ehegatten in einem solchen Testament ein Vermächtnis angeordnet, das nach dem Tode des Überlebenden erfüllt werden soll, so ist im Zweifel anzunehmen, dass das Vermächtnis dem Bedachten erst mit dem Tode des Überlebenden anfallen soll.

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