Was ist ein Erbschein und für was braucht man ihn?

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[ 10.01.2015 ]

Gerhard Ruby - Portrait

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Ein Erbschein ist ein amtliches vom Nachlassgericht zu erteilendes Zeugnis über das Erbrecht des Erben und, wenn er nur zum Teil der Erbschaft berufen ist, über die Bruchteils-Größe des Erbteils (§ 2353 BGB). Der Nachlass geht mit dem Erbfall automatisch auf den Erben über, wodurch es oft zu Streitigkeiten und Unklarheiten darüber kommt, wer denn nun Erbe geworden ist. Durch den Erbschein wird dem Erben eine Urkunde ausgestellt, die ihn verlässlich als solchen legitimiert. Die Richtigkeit des Erbscheins darf von jedermann vermutet werden (§ 2365 BGB). Dem Erbschein wird auch öffentlicher Glaube verliehen, was nützlich ist, wenn man ein Rechtsgeschäft über Erbschaftsgegenstände mit dem im Erbschein als Erben Bezeichneten abschließt oder an ihn auf Grund eines zur Erbschaft gehörenden Rechts eine Leistung bewirkt. Durch den öffentlichen Glauben erhält man eine ausreichende Sicherheit, dass der Geschäftspartner auch der Berechtigte ist (§§ 2366, 2367 BGB).

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