Was ist eigentlich ein Vermächtnis?

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Was ist eigentlich ein Vermächtnis? Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Was ist eigentlich ein Vermächtnis?

Vererben und Vermachen sind zwei paar Stiefel ! Der Erbe tritt in die volle Vermögensstellung des Erblassers ein. Der Erbe tritt also in die Fußstapfen des Erblassers. Auf den Erben geht zunächst das gesamte Vermögen des Erblassers über. Bildlich gesprochen läuft der Erblasser-See ab und der gesamt See wird vom Erben-Becken aufgenommen. Ein Vermächtnis ist hingegen die Zuwendung nur eines einzelnen Gegenstandes aus der Erbschaft, bildlich gesprochen also eine Angel mit der der Vermächtnisnehmer aus dem Erbensee seinen Vermächtnisgegenstand (Fisch) herausangeln muss.

 Ein Tipp von RA Ruby

Das Vermächtnis wird durch letztwillige Verfügung angeordnet, also regelmäßig im Testament. Wie gesehen, wird durch das Vermächtnis einem anderen ein Vermögensvorteil zugewendet, ohne dass er als Erbe eingesetzt wird. Das Vermächtnis begründet für den Bedachten das Recht, von dem Erben oder einem anderen Beschwerten die Leistung des vermachten Gegenstandes zu fordern. Im Gegensatz zur Erbeinsetzung erfolgt beim Vermächtnis der Erwerb nicht automatisch von selbst mit dem Tode des Erblassers (der Vermächtnisnehmer muss den Gegenstand verlangen- er muss etwas tun !!!) und es findet keine Gesamtrechtsnachfolge statt (der Erbe tritt in alle Rechte und Pflichten des Erblassers ein – der Vermächtnisnehmer hat nur einen Anspruch auf einen einzelnen Gegenstand und wird nicht automatisch Eigentümer des einzelnen Gegenstands). Das Vermächtnis gewährt – juristisch gesprochen – nur einen schuldrechtlichen Anspruch auf den Gegenstand. Der Vermächtnisgegenstand muss folglich nach den allgemeinen Regeln übertragen werden; ein vermachtes Grundstück muss etwa nach §§ 873, 925 BGB aufgelassen und im Grundbuch umgeschrieben werden, eine vermachte Forderung muss nach § 398 BGB abgetreten werden.

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