Was passiert, wenn jemand ohne Testament verstirbt?

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[ 30.11.2015 ]

Gerhard Ruby - Portrait

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

In diesem Fall greift die gesetzliche Erbfolge ein. Diese sieht je nach Familienkonstellation unterschiedlich aus und entspricht in den aller meisten Fällen nicht den Wünschen der Beteiligten: Hierzu ein paar Beispielsfälle:

Beispiel 1: Ehepaar mit gemeinsamen Kindern:

Ein Ehepaar ist verheiratet und hat 2 gemeinsame Kinder. Wie sieht die gesetzliche Erbfolge aus? Nach dem Tod des ersten Ehegatten erbt der überlebende Ehepartner nur 50 % des Vermögens des Verstorbenen. Weitere  25 %  erhält jedes der beiden Kinder. Insgesamt erben also drei Personen und bilden eine Erbengemeinschaft. Eine Erbengemeinschaft ist außerordentlich streitanfällig, da sie nur einstimmig handeln kann. Hier hilft ein Testament, mit dem eine solche Erbengemeinschaft verhindert wird oder aber der überlebende Ehegatte als Testamentsvollstrecker die Zügel in der Hand hält.

Beispiel 2: Ehepaar ohne Kinder:

Ein Ehepaar ist verheiratet und hat keine Kinder. Wie sieht die gesetzliche Erbfolge aus? Bei einem kinderlosen Ehepaar erbt der überlebende Ehegatte im besten Fall nur 75 % des Vermögens des Verstorbenen. Die restlichen 25 % erhalten die Verwandten des Verstorbenen (also entweder dessen Eltern, wenn sie noch leben, oder die Geschwister). Auch hier kommt es zu einer Erbengemeinschaft.

Beispiel 3: Ehepaar mit einseitigen Kindern:

Ein Ehepaar ist verheiratet und hat keine gemeinsamen Kinder. Jeder Ehegatte hat aber Kinder aus seiner ersten Ehe. Wie sieht hier die gesetzliche Erbfolge aus? Der überlebende Ehegatte erbt wiederum nur 50 %. Die anderen 50 % erhält das Kind des verstorbenen Ehegatten. Hier kommt es ebenfalls zu einer Erbengemeinschaft zwischen dem überlebenden Ehegatten und dessen Stiefkindern. Gerade in Familien mit nicht nur gemeinsamen Kindern ist oft Streit in der Erbengemeinschaft vorprogrammiert, da hier oft nur geringe emotionale Beziehungen zwischen den Beteiligten bestehen. Deshalb gilt die Faustregel: Versuchen Sie möglichst die Entstehung einer Erbengemeinschaft zu verhindern, indem sie ein Testament schreiben oder eine Erbengemeinschaft durch Testamentsvollstreckung entschärfen. 

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