Was versteht man unter „Internationales Erbrecht“?

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Was versteht man unter „Internationales Erbrecht“? Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Das internationale Erbrecht beschäftigt sich mit der Frage, welches nationale Recht zur Anwendung kommt, wenn ein Erbfall Auslandsberührung hat. Stirbt ein Ausländer in Deutschland stellt sich die Frage, ob er nach deutschem oder ausländischem Erbrecht beerbt wird. Für Deutschland und andere europäische Staaten gilt für Todesfälle seit dem 17.8.2015 die

  • Europäische Erbrechtsverordnung

Aus der Sicht der deutschen Gerichte gilt das Erbrecht des Staates in dem der Erblasser seinen Lebensmittelpunkt hatte als er starb. Ein Deutscher, der in Frankreich lebte wird also grundsätzlich nach französischem Erbrecht beerbt. Er hat aber die Möglichkeit in seinem Testament deutsches Erbrecht, also das Erbrecht seines Herkunftsstaates, zu wählen.  Es gibt aber auch Sonderregelungen in

  • bilateralen Staatsverträgen, 

die dieser allgemeinen Regel vorgehen. Besonders wichtig ist das Abkommen mit der

  • Türkei.

Hiernach würden bewegliche Sachen wie Geld grds. nach dem Staatsangehörigkeitsrecht vererbt und Grundstücke grds. nach dem Recht des Ortes, in dem das Grundstück liegt.

Testamente, die deutschen Formerfordernissen nicht genügen, können wirksam sein, wenn der ausländische Erblasser nach seinem Heimatrecht wirksam testiert hat und unter das sogenannte

  • Haager Testamentsformübereinkommen 

fällt. Ausländisches Erbrecht findet aber in Deutschland seine Grenzen, wenn es mit den wesentlichen Rechtsvorstellungen des Grundgesetzes nicht mehr vereinbar ist, d.h. wenn es gegen den so genannten

  • „ordre public“ 

verstößt, z.B. wenn nach einer ausländischen Rechtsordnung Frauen weniger als Männer erben  oder überhaupt nicht erben könnten, würden diese ausländischen Rechtsvorschriften in Deutschland nicht angewendet werden.

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Wichtig: Auch wenn sich auf unserer Homepage vieles für Sie einfach darstellen mag, fehlt auch dem intelligentesten Laien der Gesamtüberblick im Erbrecht. Oft werden schwierigste Punkte, die scheinbar im Vordergrund stehen, verstanden, grundlegende andere Probleme, die für den konkreten Fall wirklich entscheidend sind, aber gar nicht gesehen. Wir empfehlen Ihnen daher, unsere günstige Erstberatung von bis zu 1 Stunde in Anspruch zu nehmen. Die Erstberatung kann persönlich, telefonisch, schriftlich oder per Mail erfolgen. Sie kostet nur 190 Euro plus Mehrwertsteuer (eventuell noch Postgebührenpauschale, also im Ergebnis 226,10 oder 249,90 Euro). Sparen Sie nicht am falschen Ort. Oft müssen die Erben später viele Jahre prozessieren und Zigtausende an Anwalts- und Gerichtskosten zahlen, nur weil der Erblasser die geringen Erstberatungskosten sparen wollte. Übrigens: Bei einer Erstberatung durch uns erhalten Sie Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung kostenlos.

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