Gilt ein Berliner Testament nach der Scheidung weiter?

  1. Startseite
  2. B [Erbrecht verständlich von A - Z]
  3. Gilt ein Berliner Testament nach der Scheidung weiter?

Gilt ein Berliner Testament nach der Scheidung weiter? Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Gilt ein Berliner Testament nach der Scheidung weiter?

Nein. Das Testament ist grundsätzlich unwirksam. Allerdings sind diejenigen Verfügungen im Testament wirksam, von denen anzunehmen ist, dass sie auch für den Fall der Auflösung der Ehe gelten sollen.

§ 2268 BGB Wirkung der Ehenichtigkeit oder -auflösung
   (1) Ein gemeinschaftliches Testament ist in den Fällen des § 2077 seinem ganzen Inhalt nach unwirksam.
   (2) Wird die Ehe vor dem Tode eines der Ehegatten aufgelöst oder liegen die Voraussetzungen des § 2077 Abs. 1 Satz 2 oder 3 vor, so bleiben die Verfügungen insoweit wirksam, als anzunehmen ist, dass sie auch für diesen Fall getroffen sein würden.

§ 2077 BGB Unwirksamkeit letztwilliger Verfügungen bei Auflösung der Ehe oder Verlobung
   (1) Eine letztwillige Verfügung, durch die der Erblasser seinen Ehegatten bedacht hat, ist unwirksam, wenn die Ehe vor dem Tode des Erblassers aufgelöst worden ist. Der Auflösung der Ehe steht es gleich, wenn zur Zeit des Todes des Erblassers die Voraussetzungen für die Scheidung der Ehe gegeben waren und der Erblasser die Scheidung beantragt oder ihr zugestimmt hatte. Das Gleiche gilt, wenn der Erblasser zur Zeit seines Todes berechtigt war, die Aufhebung der Ehe zu beantragen, und den Antrag gestellt hatte.
   (2) Eine letztwillige Verfügung, durch die der Erblasser seinen Verlobten bedacht hat, ist unwirksam, wenn das Verlöbnis vor dem Tode des Erblassers aufgelöst worden ist.
   (3) Die Verfügung ist nicht unwirksam, wenn anzunehmen ist, dass der Erblasser sie auch für einen solchen Fall getroffen haben würde.

Erbrechtkanzlei Ruby – Wir machen nur Erbrecht – Wir helfen Ihnen – Überall in Deutschland – Tel. 07721 / 9930505

Wichtig: Auch wenn sich auf unserer Homepage vieles für Sie einfach darstellen mag, fehlt auch dem intelligentesten Laien der Gesamtüberblick im Erbrecht. Oft werden schwierigste Punkte, die scheinbar im Vordergrund stehen, verstanden, grundlegende andere Probleme, die für den konkreten Fall wirklich entscheidend sind, aber gar nicht gesehen. Wir empfehlen Ihnen daher, unsere günstige Erstberatung von bis zu 1 Stunde in Anspruch zu nehmen. Die Erstberatung kann persönlich, telefonisch, schriftlich oder per Mail erfolgen. Sie kostet nur 190 Euro plus Mehrwertsteuer (eventuell noch Postgebührenpauschale, also im Ergebnis 226,10 oder 249,90 Euro). Sparen Sie nicht am falschen Ort. Oft müssen die Erben später viele Jahre prozessieren und Zigtausende an Anwalts- und Gerichtskosten zahlen, nur weil der Erblasser die geringen Erstberatungskosten sparen wollte. Übrigens: Bei einer Erstberatung durch uns erhalten Sie Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung kostenlos.

Das könnte Sie auch interessieren

Grabpflegekosten: Mindern sie den Pflichtteilsanspruch?

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby Ob Grabpflegekosten den Nachlass und damit den Pflichtteil schmälern oder ob sie – so die herrschende Meinung – bloß eine moralisch sittliche Verpflichtung darstellen, ist strittig. Das Landgericht Heidelberg hat aktuell entschieden, dass Miterben jedenfalls dann verpflichtet sind, die Kosten laufender Grabpflege zu tragen, wenn dem Nutzungsberechtigten nach der örtlichen Friedhofssatzung entsprechende…

Gesamtgläubigerschaft

Druckansicht öffnen  [ 05.10.2010 ] Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby   Zur Beurteilung der Gesamtgläubigerschaft i. S. des § 428 BGB (§§ 10, 25 ErbStG a.F.) hat das Finanzministerium Baden-Württemberg einen Erlass vom 25. 6. 2003 (S 3810/25) veröffentlicht, der sich allerdings noch auf § 25 ErbStG a.F. bezieht. Anhand eines Beispieles wird die Behandlung…

Abkömmlinge haben Pflichtteilsergänzungsanspruch auch für Schenkungen vor ihrer Geburt

Abkömmlinge haben Pflichtteilsergänzungsanspruch auch für Schenkungen vor ihrer Geburt. Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby Abkömmlinge haben Pflichtteilsergänzungsanspruch auch für Schenkungen vor ihrer Geburt Es ist eine wichtige Entscheidung für pflichtteilsberechtigte Kinder, Enkel und Urenkel. Nach einem aktuellen BGH-Urteil vom 23.05.2012 (Az. IV ZR 250/11) haben Abkömmlinge nach einer Schenkung des Erblassers auch dann einen Pflichtteilsergänzungsanspruch,…

Menü