Welcher Wert des Nachlasses ist dem Pflichtteilsanspruch zugrunde zu legen?

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[ 19.02.2016 ]

Gerhard Ruby - Portrait

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Maßgeblich ist der Wert des Nachlasses zum Todestag des Erblassers. Veränderungen des Werts des Nachlasses nach dem Todestag werden nicht mehr berücksichtigt.

Der Aktivnachlass umfasst sämtliche vermögensrechtlichen Positionen des Erblassers. Zur Nachlassberechnung sind von den vorhandenen Aktiva die Verbindlichkeiten abzuziehen. Dazu gehören die Schulden des Erblassers, aber auch die Schulden, die durch den Erbfall entstanden sind, wie beispielsweise die Beerdigungskosten. Sofern ein Zugewinnausgleich durchgeführt wurde, gehört diese Verbindlichkeit auch zu den Erblasserschulden. Weiterhin fällt der Ehegattenvoraus nicht unter den Nachlass.

Dagegen sind vom Nachlass u.a. nicht abzuziehen testamentarische Vermächtnisse, Auflagen, der Dreißigste sowie die Erbschaftssteuer.

Hinsichtlich der konkreten Wertberechnung ist der Verkehrswert der Vermögensgegenstände maßgeblich. Dieser entspricht dem Wert, der bei einem Verkauf der Nachlassgegenstände erzielt werden kann. Ist der Wert der Nachlassgegenstände nicht genau ermittelbar, ist dieser zu schätzen. Wenn allerdings eine zeitnahe Veräußerung stattfindet, ist der erzielte Erlös zu Grunde zu legen.

Bei Grundstücken ist hinsichtlich der Wertermittlung stets zwischen bebauten Grundstücken und unbebauten Grundstücken zu unterscheiden. Zur Bewertung von bebauten Grundstücken ist regelmäßig die Einholung eines Sachverständigengutachtens erforderlich. Bei unbebauten Grundstücken genügt oftmals die Zugrundelegung des durchschnittlichen Bodenwerts für Grundstücke im entsprechenden Belegenheitsgebiet. Nach diesem kann man sich beim Gutachterausschuss erkundigen.  

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