Wann kann ein Verschollener für tot erklärt werden?

  1. Startseite
  2. Tipps & Tricks
  3. Wann kann ein Verschollener für tot erklärt werden?

Wann kann ein Verschollener für tot erklärt werden? Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Wann kann ein Verschollener für tot erklärt werden?

Eine Person, deren Aufenthaltsfort unbekannt und über deren Leben oder Tod seit langer Zeit keine Nachricht eingegangen ist.

Es gilt die sogenannte Abwesenheitsverschollenheit. Wenn sei zehn Jahren keine Nachricht von dem Leben des Verschollenen vorliegt, kann er für tot erklärt werden. Diese Zehnjahresfrist verkürzt sich auf fünf Jahre, wenn der Verschollene bereits über 80 Jahre alt ist. 

§ 3 VerschG
   (1) Die Todeserklärung ist zulässig, wenn seit dem Ende des Jahres, in dem der Verschollene nach den vorhandenen Nachrichten noch gelebt hat, zehn Jahre oder, wenn der Verschollene zur Zeit der Todeserklärung das achtzigste Lebensjahr vollendet hätte, fünf Jahre verstrichen sind.
   (2) Vor dem Ende des Jahres, in dem der Verschollene das fünfundzwanzigste Lebensjahr vollendet hätte, darf er nach Absatz 1 nicht für tot erklärt werden.

Die Fünf- bzw. Zehnjahresfrist beginnt mit dem Schluss des letzten Jahres, in dem der Verschollene den vorhandenen Nachrichten zufolge noch gelebt hat.

Das Verschollenheitsgesetz kennt verschiedene Fristen für eine Todeserklärung:

  • Allgemeine Verschollenheit: 10 Jahre ab letzten Lebenszeichen (5 Jahre bei Personen älter als 80 Jahre), § 3 Abs. 1 VerschG
  • Kriegsverschollenheit = Soldaten im Krieg: 1 Jahr ab dem Ende des Jahres, in dem der Krieg endete, § 4 Abs. 1 VerschG
  • Seeverschollenheit: Schiffsuntergang: 6 Monate ab Untergang , § 5 Abs. 1 VerschG
  • Luftverschollenheit = Flugzeugabsturz: 3 Monate ab Absturz , § 6 VerschG
  • Gefahrverschollenheit = Sonstige Verschollenheit mit Lebensgefahr: 1 Jahr ab Ende der Lebensgefahr, § 7 VerschG

Die Todeserklärung erfolgt im Wege des gerichtlichen Aufgebotsverfahrens. An den Verschollenen ergeht vom Amtsgericht die Aufforderung, sich in sechs Monaten zu melden. Nach fruchtlosem Ablauf der Aufgebotsfrist (mindestens 6 Monate), erfolgt die Todeserklärung durch Ausschlussurteil. Die Todeserklärung begründet die Vermutung, dass er Verschollene in dem Zeitpunkt gestorben ist, der in dem gerichtlichen Ausschlussurteil festgestellt ist.

Erbrechtkanzlei Ruby – Wir machen nur Erbrecht – Wir helfen Ihnen – Überall in Deutschland – Tel. 07721 / 9930505

Wichtig: Auch wenn sich auf unserer Homepage vieles für Sie einfach darstellen mag, fehlt auch dem intelligentesten Laien der Gesamtüberblick im Erbrecht. Oft werden schwierigste Punkte, die scheinbar im Vordergrund stehen, verstanden, grundlegende andere Probleme, die für den konkreten Fall wirklich entscheidend sind, aber gar nicht gesehen. Wir empfehlen Ihnen daher, unsere günstige Erstberatung von bis zu 1 Stunde in Anspruch zu nehmen. Die Erstberatung kann persönlich, telefonisch, schriftlich oder per Mail erfolgen. Sie kostet nur 190 Euro plus Mehrwertsteuer (eventuell noch Postgebührenpauschale, also im Ergebnis 226,10 oder 249,90 Euro). Sparen Sie nicht am falschen Ort. Oft müssen die Erben später viele Jahre prozessieren und Zigtausende an Anwalts- und Gerichtskosten zahlen, nur weil der Erblasser die geringen Erstberatungskosten sparen wollte. Übrigens: Bei einer Erstberatung durch uns erhalten Sie Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung kostenlos.

Das könnte Sie auch interessieren

Schweizer Eidgenossen haben es bei der Erbschaftsteuer besser

Schweizer Erbschaftsteuer Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby Erbschaftsteuerlich hat es die Schweiz besser. Im Regelfall fällt aus Schweizer Sicht keine Erbschaftsteuer an, wenn Ehegatten oder Kinder erben. Dies gilt in den Kantonen Zürich, Bern, Luzern, Uri, Schwyz, Obwalden, Nidwalden, Zug, Glarus, Freiburg, Solothurn, Basel Stadt und Land, Schaffhausen, Appenzell Innerrhoden, St. Gallen, Aargau, Thurgau, Tessin,…

Deutsche Ehefrau erbt 3/4 bei deutsch-iranischer Ehe

Deutsche Ehefrau erbt 3/4 bei deutsch-iranischer Ehe

Was ist mit „Erbrecht im subjektiven Sinn“ gemeint?

Was ist mit „Erbrecht im subjektiven Sinn“ gemeint? Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby Was ist mit „Erbrecht im subjektiven Sinn“ gemeint? Alle Rechte und Pflichten, die einen Erben aus dem Erbfall zustehend bzw. treffen. Erbrechtkanzlei Ruby – Wir machen nur Erbrecht – Wir helfen Ihnen – Überall in Deutschland – Tel. 07721 / 9930505 Wichtig:…

Menü