Wie erfolgt die Ausgleichung bei einer Erbengemeinschaft?

Ausgleichung bei einer Erbengemeinschaft. Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Wie erfolgt die Ausgleichung bei einer Erbengemeinschaft?

Durch Anrechnung auf den Erbteil des Ausgleichungspflichtigen (sogenannte Idealkollation). Das hört sich schwerer an als es ist.

Beispiel:

Der verwitwete Vater hinterlässt die Söhne A und B. B hat er kurz vor seinem Tod für die Begleichung von Schulden 200.000 Euro gegeben. Als er stirbt hintrelässt der Vater 300.000 Euro A und B erben zu je 1/2. Die 200.000 Ausgleichung werden dem Nachlass hinzugerechnet, so dass sich ein Ausgleichungsnachlass von 500.000 Euro ergibt. Hiervon steht B ein Ausgleichungserbteil von 250.000 Euro zu. Er hat zu Lebzeiten aber bereits 200.000 Euro erhalten, die jetzt angerechnet werden, so dass nur noch 50.000 Euro verbleiben.

B erhält also aus dem Nachlass 50.000 Euro und

A erhält aus dem Nachlass 250.000 Euro.

Das ergibt insgesamt 300.000 Euro und entspricht dem Nachlass.

Insgesamt hat B 250.000 Euro erhalten (200.000 plus 50.000)

und A hat auch 250.000 Euro erhalten.

Gerecht, oder?

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