Wie wichtig im Erbrecht ist der genaue Todeszeitpunkt?

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[ 08.03.2015 ]

Gerhard Ruby - Portrait

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Der genaue Todeszeitpunkt ist für die Erbfolge nicht nur wichtig. Er ist alles entscheidend. Es kommt auf die Sekunde an. Nehmen Sie an, ein Vater und seine Kinder sterben bei einem Verkehrsunfall gleichzeigt, wie sich aus einem rechtmedizinischen Gutachten ergibt. Hätten die Kinder den Vater nur um eine Sekunde überlebt, hätten sie ihn beerbt. Nach dem Tod der Kinder wäre dann die Mutter Alleinerbin geworden. So aber erbt – wegen der Gleichzeitigkeit – nicht nur die Mutter bzw. Ehefrau, sondern eben auch die Schwester des Verstorbenen. Dieser Fall zeigt einmal mehr, wie wichtig ein Ehegattentestament ist. Der eine Satz „Wir setzen uns gegeneitig zu Erben ein“ hätte der Witwe viel Ärger, Geld und weiteres Leid erspart.

Das Oberlandesgericht Hamm entschied:

Der Erbe muß den Erblasser – wenn auch nur um den Bruchteil einer Sekunde – überleben. Das Nachlassgericht hat deshalb den genauen Todeszeitpunkt des Erblassers zu ermitteln.

OLG Hamm, Beschluss vom 12.6.1995 – 15 W 120/95

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