Wie wird ein Eigenheim besteuert?

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[ 01.12.2015 ]

Gerhard Ruby - Portrait

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Das kommt auf den Erben an. Wohnt der Ehepartner in der Immobilie, ist sie steuerfrei – unabhängig von Wert und Größe. Allerdings muss der Partner 10 Jahre dort wohnen bleiben. Verkauft oder vermietet der Erbe die Immobilie innerhalb dieser Frist, verlangt der Staat doch noch Steuern – den Erben schützen dann nur noch die üblichen Freibeträge. Ausnahme: Witwe oder Witwer werden zu Pflegefällen oder sterben. Übrigens: Eheleute können sich schon zu Lebzeiten das Eigenheim steuerfrei schenken.

Ebenfalls steuerfrei bekommen Kinder die Immobilie, wenn sie dort unverzüglich einziehen bzw. wohnen bleiben – mindestens 10 Jahre lang (ein Zweitwohnsitz reicht nicht). Steuerfrei bleibt für die Kinder aber nur die Wohnfläche bis 200 m².   

Und wenn die Fläche größer als 200 m² ist?

Dann sind nur 200 m² steuerfrei. Die Fläche, die darüber hinausgeht wird besteuert. Ein Beispiel: Ein 250 m² großes Haus ist 1 Million wert. Für 50 m² setzt das Finanzamt somit 200.000,00 € an. Da aber jedem Kind ein Freibetrag von 400.000,00 € zusteht, muss es trotz größerer Fläche in diesem Fall keine Steuern zahlen, wenn kein sonstiges Vermögen vorhanden ist.

Wie wird das Eigenheim besteuert, wenn weder der Ehepartner erbt noch die Kinder?

Das Privileg „Steuerfreiheit für Eigenheim“ gilt nur innerhalb der „Kernfamilie“, wie Kinder und Eheleute vom Bundesverfassungsgericht genannt werden. Nicht aber für alle anderen Verwandten wie Geschwister, Eltern oder Nichten und Neffen. Oder für Bekannte und Freunde. Das Eigenheim wird zu seinem Verkaufswert besteuert (unter Berücksichtigung der Freibeträge), wobei der Lebensgefährt 30 Prozent Steuern zahlen muss.

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