Württembergische Vermächtnislösung: Testament mit Steuerfallen

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Württembergische Vermächtnislösung. Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Die Württembergische Vermächtnislösung

ist eine Testamentsgestaltung, die früher vor allem von Württembergischen Bezirksnotaren empfohlen wurde. Sie ist klug durchdacht, doch waren heutige steuerliche Auswirkungen im Zeitpunkt der Errichtung dieser Testamente noch nicht bekannt, so dass diese Testamente, die jetzt bei Todesfällen Wirkung erlangen, zu steuerlichen Problemen führen können.

Steuerfalle 1:

Es handelt sich um die die württembergische Variante des Berliner Testaments, bei der z.B. der erstversterbende Vater neben der Erbeinsetzung der Mutter zugunsten der Kinder Geldvermächtnisse anordnet (meist im Wert des gesetzlichen Erbteils), die erst beim Ableben der Mutter fällig werden. Wer glaubt, dass für dieses Geldvermächtnis der Steuerfreibetrag von 400.000  Euro pro Kind nach dem Vater erhalten bleibe, irrt. Nach dem Steuerrecht  (siehe § 6 IV ErbStG) gilt das Geldvermächtnis nämlich als von der Mutter erworben, so dass der Freibetrag nach dem Vater verpufft.

Steuerfalle 2:

Oftmals noch schlimmer ist die Aufspaltung des Geldvermächtnisses in einen Zins- und Tilgungsanteil, so dass den Kindern für die Zinsen eine hohe Einkommensteuern droht. Dies ist der Fall, wenn das Vermächtnis (wie oft verfügt) sofort mit dem Tod des Erblassers anfällt, aber erst nach dem Tod des überlebenden Ehegatten zur Zahlung fällig ist.

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