Bezugsrecht aus abgetretener Lebensversicherung lebt nach Rückabtretung im Todesfall wieder auf

  1. Startseite
  2. Tipps & Tricks
  3. Bezugsrecht aus abgetretener Lebensversicherung lebt nach Rückabtretung im Todesfall wieder auf

Bezugsrecht aus abgetretener Lebensversicherung. Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Bezugsrecht aus abgetretener Lebensversicherung

Frage:

Mein Bruder und ich sind Erben unseres Vaters. Vater hatte eine Lebensversicherung abgeschlossen und meinen Bruder für den Todesfall als Bezugsberechtigten eingesetzt. Zur Sicherung eines Darlehens hatte Vater diese Versicherung  an die Bank abgetreten. In dem Vertrag fand sich zu „Widerruf von Bezugsrechten“ folgende Regelung:„Etwaige Bezugsrechte werden, soweit sie den Rechten der Bank entgegenstehen, für die Dauer dieser Abtretung widerrufen. Ein Überschuss aus der Verwertung der Versicherungsansprüche ist von der Bank im Erlebensfall an den Sicherungsgeber und im Todesfall an den Bezugsberechtigten auszuzahlen.“Ein Jahr nach dem Tod meines Vaters erklärte die Bank gegenüber uns als Erben trotz noch valutierender Darlehensschuld die Freigabe der Sicherheit und übertrug die Lebensversicherung an die Erbengemeinschaft zurück. Der Versicherer zahlte die Versicherungssumme daraufhin an meinen Bruder aus. Ich meine, dass die Versicherungssumme uns beiden als Erbengemeinschaft zusteht und will daher vom Versicherer erneut die Versicherungssumme für die Erbengemeinschaft. Habe ich Recht?

Antwort:

Nein, die Abtretungsvereinbarung  ist so auszulegen, dass die Bestimmung Ihres Bruders als Bezugsberechtigter über den Tod des Vaters hinaus bestehen bleiben und nur erlöschen soll, wenn und soweit die Bank als Sicherungsnehmerin die Sicherheit verwertet. Da die Bank hier die Sicherheit nicht verwertet hat, ist durch die Rückabtretung  an die den Vater ersetzende Erbengemeinschaft bei dem Bruder das Bezugsrecht als ursprünglich Berechtigtem wieder aufgelebt. Der Versicherer hat damit an den Richtigen gezahlt.

Tipp:

Lesen Sie BGH vom 18. 1. 2012, IV ZR 196/10

Erbrechtkanzlei Ruby – Wir machen nur Erbrecht – Wir helfen Ihnen – Überall in Deutschland – Tel. 07721 / 9930505

Wichtig: Auch wenn sich auf unserer Homepage vieles für Sie einfach darstellen mag, fehlt auch dem intelligentesten Laien der Gesamtüberblick im Erbrecht. Oft werden schwierigste Punkte, die scheinbar im Vordergrund stehen, verstanden, grundlegende andere Probleme, die für den konkreten Fall wirklich entscheidend sind, aber gar nicht gesehen. Wir empfehlen Ihnen daher, unsere günstige Erstberatung von bis zu 1,5 Stunden in Anspruch zu nehmen. Die Erstberatung kann persönlich, telefonisch, schriftlich oder per Mail erfolgen. Sie kostet nur 190 Euro plus Mehrwertsteuer (eventuell noch Postgebührenpauschale, also im Ergebnis 226,10 oder 249,90 Euro). Sparen Sie nicht am falschen Ort. Oft müssen die Erben später viele Jahre prozessieren und Zigtausende an Anwalts- und Gerichtskosten zahlen, nur weil der Erblasser die geringen Erstberatungskosten sparen wollte. Übrigens: Bei einer Erstberatung durch uns erhalten Sie Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung kostenlos.

Das könnte Sie auch interessieren

Leichenschau: Davor darf nicht bestattet werden

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby, Fachanwalt für Erbrecht in Baden-Württemberg Leichenschau Die Leichenschau  ist die Untersuchung des Leichnams eines Menschen zur Feststellung des Todes und zur Bestimmung der Ursachen und näheren Umstände eines Todes. Die Leichenschau ist für Leichen und Totgeburten zwingend. Erst wenn Zeitpunkt, Art und Ursache des Todes von einem Arzt festgestellt sind,…

Anwalt für Erbrecht G. Ruby. FOCUS-Topanwalt 2017

  Anwalt für Erbrecht Anwalt für Erbrecht zu sein war schon immer mein Wunsch. Als ich meine Anwaltslaufbahn begann, war in den Kanzleien in Heidelberg, Erfurt und Villingen-Schwenningen, wo ich vor der Gründung einer eigenen Erbrechtskanzlei arbeitete, jeder meiner damaliges Chefs froh, dass es einen gab, der gerne Erbrecht machte. Erbrechtsfälle wollte damals keiner. Vererbungswelle…

Totenfürsorge: Darf ich meine Frau anonym bestatten lassen, ohne die Kinder zu informieren?

Druckansicht öffnen  [ 26.03.2015 ] Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby Meine Ehefrau ist verstorben. Nach dem Tod haben sich die Kinder und ich zerstritten. Ich bin ganz schön sauer. Jetzt will ich meine Frau anonym beerdigen lassen, ohne den Kindern zu sagen wann und wo die Beerdigung stattfindet. Darf ich das? Nein. Das Amtsgericht Frankfurt…

Menü