Ich habe ein für mich ungünstiges Testament im Haus meiner verstorbenen Lebensgefährtin aus Versehen weggepackt

  1. Startseite
  2. Tipps & Tricks
  3. Ich habe ein für mich ungünstiges Testament im Haus meiner verstorbenen Lebensgefährtin aus Versehen weggepackt

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Frage:
Ich habe ein für mich ungünstiges Testament im Haus meiner verstorbenen Lebensgefährtin aus Versehen weggepackt. Was kann mir jetzt passieren? Ich habe nach dem Tod meiner Ex-Lebensgefährtin in ihrer Wohnung persönliche Unterlagen gefunden. Ich habe sie nicht durchgesehen, sondern in eine Kiste gepackt. Die hab ich dann im Keller verstaut. Unter den Unterlagen befand sich auch eine für mich ungünstige „Ergänzung“ zu ihrem Testament, das für mich günstig war. Die Ergänzung wäre für die anderen Erben schon wichtig gewesen.

Antwort:
Weil Sie die Verfügung fahrlässig nicht unverzüglich beim Nachlassgericht abgeliefert haben, müssen Sie den anderen Erben Schadensersatz zahlen, z.B. die Kosten für Gerichtsverfahren.

Das Brandenburgische Oberlandesgericht entschied:

Wer es  fahrlässig unterlässt, ein in seinem Besitz befindliches Testament beim Nachlassgericht abzuliefern, macht sich schadensersatzpflichtig.

OLG Brandenburg, Urteil vom 12. 3. 2008 – 13 U 123/07

Erbrechtkanzlei Ruby – Wir machen nur Erbrecht – Wir helfen Ihnen – Überall in Deutschland – Tel. 07721 / 9930505


Wichtig: Auch wenn sich auf unserer Homepage vieles für Sie einfach darstellen mag, fehlt auch dem intelligentesten Laien der Gesamtüberblick im Erbrecht. Oft werden schwierigste Punkte, die scheinbar im Vordergrund stehen, verstanden, grundlegende andere Probleme, die für den konkreten Fall wirklich entscheidend sind, aber gar nicht gesehen. Wir empfehlen Ihnen daher, unsere günstige Erstberatung von bis zu 1,5 Stunden in Anspruch zu nehmen. Die Erstberatung kann persönlich, telefonisch, schriftlich oder per Mail erfolgen. Sie kostet nur 190 Euro plus Mehrwertsteuer (eventuell noch Postgebührenpauschale, also im Ergebnis 226,10 oder 249,90 Euro). Sparen Sie nicht am falschen Ort. Oft müssen die Erben später viele Jahre prozessieren und Zigtausende an Anwalts- und Gerichtskosten zahlen, nur weil der Erblasser die geringen Erstberatungskosten sparen wollte. Übrigens: Bei einer Erstberatung durch uns erhalten Sie Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung kostenlos.

Das könnte Sie auch interessieren

Kann die Erbeinsetzung eines Betreuers durch den Betreuten sittenwidrig sein?

Druckansicht öffnen  [ 05.05.2014 ] Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby  Ja. Auch ein Testament des Betreuten zugunsten des Betreuers als einseitiges Rechtsgeschäft kann wegen der Umstände, unter denen es errichtet ist, sittenwidrig sein  Durch die Anordnung der Betreuung, zum Beispiel für einen geistig Behinderten soll u. a. die Beschränkung seiner Handlungsfähigkeit ausgeglichen werden, die darauf…

Was ist eigentlich ein „öffentliches Testament“

Was ist eigentlich ein „öffentliches Testament“ Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby Was ist eigentlich ein „öffentliches Testament“? Das ist ein vor einem Notar errichtetes Testament. Es ist nicht „öffentlich“ in dem Sinne, dass es die Öffentlichkeit einsehen kann, sondern heißt so, weil es öffentlich, nämlich vor einem Notar errichtet wurde. Gegenbegriff ist das private Testament,…

Erbschaftsteuer: Deutschland im Mittelfeld

Erbschaftsteuer: Deutschland im Mittelfeld. Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby Erbschaftsteuer: Deutschland im Mittelfeld Eine Studie des Bundesfinanzministeriums über die ErbSt-Belastung ín den 15 größten Industrieländern kommt jetzt zum Ergebnis, dass die Erbschaftsteuer bei kleineren Vermögen in Deutschland „verhältnismäßig moderat“ ausfällt und bei größeren Vermögen „im oberen Mittelfeld“ liegt. Deutschland unterscheidet sich von den anderen Ländern vor…

Menü