Ich habe ein für mich ungünstiges Testament im Haus meiner verstorbenen Lebensgefährtin aus Versehen weggepackt

  1. Startseite
  2. Tipps & Tricks
  3. Ich habe ein für mich ungünstiges Testament im Haus meiner verstorbenen Lebensgefährtin aus Versehen weggepackt

Druckansicht öffnen 

[ 06.03.2015 ]

Gerhard Ruby - Portrait

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Frage:
Ich habe ein für mich ungünstiges Testament im Haus meiner verstorbenen Lebensgefährtin aus Versehen weggepackt. Was kann mir jetzt passieren?Ich habe nach dem Tod meiner Ex-Lebensgefährtin in ihrer Wohnung persönliche Unterlagen gefunden. Ich habe sie nicht durchgesehen, sondern in eine Kiste gepackt. Die hab ich dann im Keller verstaut. Unter den Unterlagen befand sich auch eine für mich ungünstige „Ergänzung“ zu ihrem Testament, das für mich günstig war. Die Ergänzung wäre für die anderen Erben schon wichtig gewesen. 

Antwort:
Weil Sie die Verfügung fahrlässig nicht unverzüglich beim Nachlassgericht abgeliefert haben, müssen Sie den anderen Erben Schadensersatz zahlen, z.B. die Kosten für Gerichtsverfahren.

Das Brandenburgische Oberlandesgericht entschied:

Wer es  fahrlässig unterlässt, ein in seinem Besitz befindliches Testament beim Nachlassgericht abzuliefern, macht sich schadensersatzpflichtig.

OLG Brandenburg, Urteil vom 12. 3. 2008 – 13 U 123/07

Erbrechtkanzlei Ruby – Wir machen nur Erbrecht – Wir helfen Ihnen – Überall in Deutschland – Tel. 07721 / 9930505


Wichtig: Auch wenn sich auf unserer Homepage vieles für Sie einfach darstellen mag, fehlt auch dem intelligentesten Laien der Gesamtüberblick im Erbrecht. Oft werden schwierigste Punkte, die scheinbar im Vordergrund stehen, verstanden, grundlegende andere Probleme, die für den konkreten Fall wirklich entscheidend sind, aber gar nicht gesehen. Wir empfehlen Ihnen daher, unsere günstige Erstberatung von bis zu 1,5 Stunden in Anspruch zu nehmen. Die Erstberatung kann persönlich, telefonisch, schriftlich oder per Mail erfolgen. Sie kostet nur 190 Euro plus Mehrwertsteuer (eventuell noch Postgebührenpauschale, also im Ergebnis 226,10 oder 249,90 Euro). Sparen Sie nicht am falschen Ort. Oft müssen die Erben später viele Jahre prozessieren und Zigtausende an Anwalts- und Gerichtskosten zahlen, nur weil der Erblasser die geringen Erstberatungskosten sparen wollte. Übrigens: Bei einer Erstberatung durch uns erhalten Sie Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung kostenlos.

Das könnte Sie auch interessieren

Was ist eigentlich eine Auflage im Erbrecht?

Was ist eigentlich eine Auflage im Erbrecht? Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby Was ist eigentlich eine Auflage im Erbrecht? Die Verpflichtung des Erben oder Vermächtnisnehmers durch den Erblasser mittels Testament zu einer Leistung, ohne einem anderen ein Recht auf die Leistung an sich selbst zuzuwenden. Die Vollziehung der Auflage kann nicht der Auflagenbegünstige verlangen (sonst…

Muss ich für die Sanierung des Hauses, das ich später einmal erbe, Erbschaftsteuer bezahlen?

Druckansicht öffnen  [ 26.01.2015 ] Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby Nein. Das hat der Bundesfinanzhof eindeutig entschieden. Ein Neffe saniert den Hof von Onkel und Tante, weil er ihn später einmal erben würde. Das Finanzamt verlangte dann Erbschaftsteuer für den ganzen Hof, also einschließlich des Wertes der Sanierung. Das war nicht rechtens. Der Bundesfinanzhof entschied,…

Warum gibt es den Pflichtteil?

Familie und Erbrecht Das Pflichtteilsrecht verbindet die Familie mit dem Erbrecht. Die Idee, dass Familienmitglieder vom Nachlass eines nahen Verwandten etwas abbekommen müssen, findet sich in ganz Europa. Das Pflichtteilsrecht stellt eine Art Grenzlinie zwischen dem Familienerbrecht und der Testierfreiheit dar. Die Testierfreiheit setzte sich überall in Europa zu Beginn der frühen Neuzeit durch (16….

Menü