Steuerfalle: Übertragung Witwenwohnung unter Nießbrauchvorbehalt

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Übertragung der Witwenwohnung unter Nießbrauchvorbehalt.  Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Übertragung der Witwenwohnung unter Nießbrauchvorbehalt

Folgender Fall: M und W sind verheiratet. M stirbt und vererbt das Familienheim (Hausgrundstück oder Eigentumswohnung), das in seinem Alleineigentum stand an die W. Daneben vererbt er noch 500.000 Euro. Der Erwerb der Witwe ist steuerfrei, da sie das ererbte Familienheim selbst bewohnt. Sie muss allerdings zehn Jahre darin als Eigentümerin wohnen, sonst verliert sie die Steuerfreiheit und muss dann den Wert des Familienheims voll versteuern. Der Erlass ErbSt bestimmt in Abschnitt 4 Absatz 6: „Die Steuerbefreiung steht unter einem Nachbesteuerungsvorbehalt. Sie verlangt die Selbstnutzung der Wohnung als Eigentümer über einen Zeitraum von zehn Jahren. Gibt der Erwerber die Selbstnutzung innerhalb dieses Zeitraums durch Verkauf, Vermietung, längeren Leerstand oder unentgeltliche Überlassung auf, entfällt die Befreiung vollständig mit Wirkung für die Vergangenheit.“

Wenn die Witwe als bspw. 8 Jahre nach dem Tod von M ihr Haus unentgeltlich auf den Sohn unter Nießbrauchvorbehalt überträgt, ist das gesamte Familienheim zu versteuern.

Es ist also immer danach zu fragen, ob die Witwe oder der Witwer das Grundstück als Familienheim steuerfrei geerbt hat oder nicht, um nicht bei einer Übertragung gegen Nießbrauchvorbehalt die Nachversteuerung auszulösen.

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