Unterschrift muss am Schluss des Testamentes stehen, um es vor Änderungen zu schützen – Ausnahmen sind möglich

Unterschrift muss am Schluss des Testamentes stehen. Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Unterschrift muss am Schluss des Testamentes stehen

Frage:
Mein verstorbener Bruder hatte ein handschriftlichesTestament verfasst. Das Testament endete mit dem Datum und dem Satz „dies ist mein letzter Wille“. Es war nicht unterschrieben. Es befand sich in einem verschlossenen Umschlag, auf dem sich die Bezeichnung „Testament“ und die Unterschrift meines Bruders befanden. Dieser hatte mir das Testament zur Aufbewahrung gegeben. Ist dieses Testament gültig?

Antwort:

Ja, das Testament wurde formwirksam errichtet. Dass die Unterschrift nur auf dem Umschlag und nicht auf dem Papier steht, schadet in Ihrem Fall ausnahmsweise nicht. Zwar hat die Unterschrift Abschlussfunktion, um den Urkundstext vor nachträglichen Ergänzungen und Zusätzen zu sichern. Im Testament Ihres Bruders ist diese Abschlussfunktion durch die Verbindung zwischen dem Ende des Testamentstextes („dies ist mein letzter Wille“) und dem Umschlagtext ( „Testament“) gewahrt. Dafür sprechen auch der Verschluss des Briefes und die Übergabe an Sie zur Aufbewahrung.

Für Experten: OLG Braunschweig vom 8. 2. 2011, 7 W 82/10

Erbrechtkanzlei Ruby – Wir machen nur Erbrecht – Wir helfen Ihnen – Überall in Deutschland – Tel. 07721 / 9930505

Wichtig: Auch wenn sich auf unserer Homepage vieles für Sie einfach darstellen mag, fehlt auch dem intelligentesten Laien der Gesamtüberblick im Erbrecht. Oft werden schwierigste Punkte, die scheinbar im Vordergrund stehen, verstanden, grundlegende andere Probleme, die für den konkreten Fall wirklich entscheidend sind, aber gar nicht gesehen. Wir empfehlen Ihnen daher, unsere günstige Erstberatung von bis zu 1,5 Stunden in Anspruch zu nehmen. Die Erstberatung kann persönlich, telefonisch, schriftlich oder per Mail erfolgen. Sie kostet nur 190 Euro plus Mehrwertsteuer (eventuell noch Postgebührenpauschale, also im Ergebnis 226,10 oder 249,90 Euro). Sparen Sie nicht am falschen Ort. Oft müssen die Erben später viele Jahre prozessieren und Zigtausende an Anwalts- und Gerichtskosten zahlen, nur weil der Erblasser die geringen Erstberatungskosten sparen wollte. Übrigens: Bei einer Erstberatung durch uns erhalten Sie Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung kostenlos.

Menü