Wer durch ein Berliner Testament gebunden ist, kann der seinen späteren Nachlass durch Schenkungen aushöhlen?

  1. Startseite
  2. Tipps & Tricks
  3. Wer durch ein Berliner Testament gebunden ist, kann der seinen späteren Nachlass durch Schenkungen aushöhlen?

Druckansicht öffnen 

[ 12.12.2014 ]

Gerhard Ruby - Portrait

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Diese Gefahr besteht in der Tat. Denn der Erblasser kann trotz des Berliner Testaments, in dem zum Beispiel seine Kinder als Schlusserben eingesetzt sind, weiterhin unter Lebenden über sein Vermögen verfügen, also auch wirksam verschenken. Er könnte in der Tat seinen späteren Nachlass durch solche Schenkungen aushöhlen und damit eines oder mehrere Kinder um ihr Erbe bringen. Hiergegen muss der Erbe geschützt werden. Diesen Schutz gewährt das Gesetz dadurch, dass es dem durch die Schenkung benachteiligten Schlusserben sogenannte Bereicherungsansprüche gegen den Beschenken zur Verfügung stellt, die der Erbe nach dem Tod des Erblassers geltend machen kann. Sie müssen innerhalb von drei Jahren ab dem Tod des Erblassers geltend gemacht werden. Diese Schutzvorschrift ist auf Erbverträge gemünzt, gilt aber für Ehegattentestamente genauso.

§ 2287 BGB Den Vertragserben beeinträchtigende Schenkungen
(1) Hat der Erblasser in der Absicht, den Vertragserben zu beeinträchtigen, eine Schenkung gemacht, so kann der Vertragserbe, nachdem ihm die Erbschaft angefallen ist, von dem Beschenkten die Herausgabe des Geschenks nach den Vorschriften über die Herausgabe einer ungerechtfertigten Bereicherung fordern.
(2) Die Verjährungsfrist des Anspruchs beginnt mit dem Erbfall.

Erbrechtkanzlei Ruby – Wir machen nur Erbrecht – Wir helfen Ihnen – Überall in Deutschland – Tel. 07721 / 9930505


Wichtig: Auch wenn sich auf unserer Homepage vieles für Sie einfach darstellen mag, fehlt auch dem intelligentesten Laien der Gesamtüberblick im Erbrecht. Oft werden schwierigste Punkte, die scheinbar im Vordergrund stehen, verstanden, grundlegende andere Probleme, die für den konkreten Fall wirklich entscheidend sind, aber gar nicht gesehen. Wir empfehlen Ihnen daher, unsere günstige Erstberatung von bis zu 1,5 Stunden in Anspruch zu nehmen. Die Erstberatung kann persönlich, telefonisch, schriftlich oder per Mail erfolgen. Sie kostet nur 190 Euro plus Mehrwertsteuer (eventuell noch Postgebührenpauschale, also im Ergebnis 226,10 oder 249,90 Euro). Sparen Sie nicht am falschen Ort. Oft müssen die Erben später viele Jahre prozessieren und Zigtausende an Anwalts- und Gerichtskosten zahlen, nur weil der Erblasser die geringen Erstberatungskosten sparen wollte. Übrigens: Bei einer Erstberatung durch uns erhalten Sie Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung kostenlos.

Das könnte Sie auch interessieren

Teilung des Nachlasses

  Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby   Teilung ist (nur) der Teil der Auseinandersetzung unter den Erben, mit dem die Erbengemeinschaft aufgelöst und der Nachlass geteilt wird. Mit der Teilung endet die gesamthänderische Berechtigung der Miterben an den einzelnen Nachlassgegenständen. An ihre Stelle tritt die Alleinberechtigung der Miterben an den ihnen zugewiesenen Nachlassgegenständen. Nachdem die…

Betreuung: Kann ein Betreuter noch Testamente machen?

Betreuung. Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby, Spezialist Erbrecht.   Grundsätzlich ja. Solange jemand testierfähig ist, kann er auch Testamente errichten. Die Betreeung beendet als solche die Testierfähigkeit nicht. Ein Betreuter ist – wie jeder andere auch – nur dann testierunfähig, wenn er wegen krankhafter Störung der Geistestätigkeit, Geistesschwäche oder Bewusstseinsstörung nicht in der Lage ist,…

Testamentsanfechtung: Wann geht ein Anfechtungsrecht verloren?

Druckansicht öffnen  [ 22.12.2014 ] Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby Ein Testament kann man anfechten, wenn sich der Erblasser bei der Testamentserrichtung geirrt hat. Allerdings kann nicht jeder anfechten, sondern nur derjenige, dem der durch die Anfechtung bewirkte Wegfall des im Testament Bedachten zugute kommt, z.B. als gesetzlicher Erbe, wenn der Testamentserbe durch die Anfechtung…

Menü