BGH: Zur Wirkung einer „starken“ Stiefkind-Adoption

  1. Startseite
  2. Tipps & Tricks
  3. BGH: Zur Wirkung einer „starken“ Stiefkind-Adoption

BGH: Zur Wirkung einer „starken“ Stiefkind-Adoption. Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Der BGH hat in einem Urteil vom 11. 11. 2009 (Az.: XII ZR 210/08) festgestellt, dass bei der „starken” Stiefkind-Adoption eines Volljährigen durch den Ehegatten seines überlebenden Elternteils das Verwandtschaftsverhältnis zur Familie seines vorverstorbenen Elternteils fortbesteht, wenn der vorverstorbene Elternteil bei Eintritt der Volljährigkeit des Kindes oder, wenn er vorher verstorben ist, in diesem Zeitpunkt die elterliche Sorge hatte.

Im Klartext: Der adoptierte Volljährige der vom Ehemann seiner überlebenden Mutter adoptiert wird, verliert das Verwandtschaftsverhältnis zur Familie seines Vorverstorbenen Vaters nicht, obwohl er (das ist die „starke“ Adoption) in die Familie des Adoptivvaters eingegliedert wird. Er hat dann also zwei Familien, die er beerben kann.

§ 1765 Abs. 2 BGB: Nimmt eine Ehegatte das Kind seines Ehegatten an, so erlischt das Verwandtschaftsverhältnis nicht im Verhältnis zu den Verwandten des anderen Elternteils, wenn dieser die elterliche Sorge hatte und verstorben ist.

§ 1767 Abs. 1 BGB: Ein Volljähriger kann als Kind angenommen werden, wenn die Annahme sittlich gerechtfertigt ist; dies ist insbesondere anzunehmen, wenn zwischen dem Annehmenden und dem Anzunehmenden ein Eltern-Kind-Verhältnis bereits entstanden ist.

§ 1772 Abs. 1 BGB: Das Familiengericht kann beim Ausspruch der Annahme eines Volljährigen auf Antrag des Annehmenden und des Anzunehmenden bestimmen, dass sich die Wirkungen der Annahme nach den Vorschriften über die Annahme eines Minderjährigen oder eines verwandten Minderjährigen richten (§ 1754 bis 1756), wenn ……
c) der Annehmende das Kind seines Ehegatten annimmt ……

Erbrechtkanzlei Ruby – Wir machen nur Erbrecht – Wir helfen Ihnen – Überall in Deutschland – Tel. 07721 / 9930505

Wichtig: Auch wenn sich auf unserer Homepage vieles für Sie einfach darstellen mag, fehlt auch dem intelligentesten Laien der Gesamtüberblick im Erbrecht. Oft werden schwierigste Punkte, die scheinbar im Vordergrund stehen, verstanden, grundlegende andere Probleme, die für den konkreten Fall wirklich entscheidend sind, aber gar nicht gesehen. Wir empfehlen Ihnen daher, unsere günstige Erstberatung von bis zu 1,5 Stunden in Anspruch zu nehmen. Die Erstberatung kann persönlich, telefonisch, schriftlich oder per Mail erfolgen. Sie kostet nur 190 Euro plus Mehrwertsteuer (eventuell noch Postgebührenpauschale, also im Ergebnis 226,10 oder 249,90 Euro). Sparen Sie nicht am falschen Ort. Oft müssen die Erben später viele Jahre prozessieren und Zigtausende an Anwalts- und Gerichtskosten zahlen, nur weil der Erblasser die geringen Erstberatungskosten sparen wollte. Übrigens: Bei einer Erstberatung durch uns erhalten Sie Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung kostenlos.

Das könnte Sie auch interessieren

Nachlassinsolvenz: Wie ist ein Unternehmen zu bewerten?

Druckansicht öffnen  [ 27.03.2014 ] Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby Befindet sich ein Unternehmen im Nachlass gilt für die Bewertung folgendes: Wird das Unternehmen infolge des Todes des Erblassers eingestellt, ist der Liquidationswert anzusetzen. Der Liquidationswert ist der Zerschlagungswert, also der Verkaufspreis für die einzelnen Wirtschaftsgüter der Firma insgesamt. Wird das Unternehmen fortgeführt, kommt der Fortführungswert zum Ansatz,…

Vorsicht bei der BGB-Gesellschaft im Todesfall

BGB-Gesellschaft im Todesfall. Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby. RUBY. Erbrecht, Konstanz, Radolfzell, Rottweil, Villingen Stirbt ein Gesellschafter einer BGB-Gesellschaft wird im Normalfall die Gesellschaft aufgelöst. Abweichende Bestimmungen im Gesellschaftsvertrag, wonach die BGB-Gesellschaft nicht aufgelöst, sondern fortgesetzt werden soll, sind aber möglich. BGB-Gesellschaft im Todesfall Bei Auflösung wandelt sich die BGB-Gesellschaft nach dem Tod eines BGB-Gesellschafters in…

Zugriff des Sozialamts auf den Nachlass des Sozialleistungsempfängers

Zugriff des Sozialamts auf den Nachlass des Sozialleistungsempfängers. Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby Zugriff des Sozialamts auf den Nachlass des Sozialleistungsempfängers 1. Der Zugriff auf den Nachlass infolge Sozialleistungsbezugs des Erblassers, §§ 102 SGB XII, 35 SGB II Zunächst die kompliziert und umständlich formulierten Vorschriften, die sie biem Lesen gerne auch überspringen können: § 102 SGB…

Menü