Erbrechtliche Gleichstellung nichtehelicher Kinder

  1. Startseite
  2. Tipps & Tricks
  3. Erbrechtliche Gleichstellung nichtehelicher Kinder

Erbrechtliche Gleichstellung nichtehelicher Kinder. Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Erbrechtliche Gleichstellung nichtehelicher Kinder

Auch im Erbrecht wurde inzwischen die letzte Benachteiligung nichtehelicher Kinder beseitigt.

1. Rechtslage

Am 15.04.2011 wurde das Zweite Gesetz zur Gleichstellung nichtehelicher Kinder im Bundesgesetzblatt veröffentlich und damit wirksam. Demnach werden nun alle nichtehelichen Kinder genauso wie eheliche behandelt, unabhängig davon wann sie geboren wurden. Dies bedeutet zum einen, dass sie nach ihren nichtehelichen Vätern erb- und pflichtteilsberechtigt sind. Zum anderen führt es dazu, dass auch beim Tod von Verwandten des nichtehelichen Vaters Erbansprüche bestehen können: So beerbt nach gesetzlicher Erbfolge zum Beispiel das nichteheliche Kind ein weiteres Kind des Vaters, sofern dieses keine eigenen Kinder hat und der gemeinsame Vater bereits verstorben ist.

2. Für welche Fälle gilt das neue Recht?

Das neue Recht gilt für alle Erbfälle seit dem 29.05.2009. Für Erbfälle, die bereits vor dem 29.05.2009 eingetreten sind, bleibt es bei der bisherigen Rechtslage.

3. Wie war die Rechtslage bisher?

Für Erbfälle, die bereits vor dem 29.05.2009 eingetreten sind, kommt es weiter auf den Zeitpunkt der Geburt des nichtehelichen Kindes an: War es bereits vor dem 01.07.1949 geboren und lebte der Vater zum Zeitpunkt der Wiedervereinigung nicht auf dem Gebiet der Neuen Bundesländer, hatte das nichteheliche Kind kein gesetzliches Erbrecht nach seinem Vater bzw. dessen Verwandtschaft. Später geborene nichteheliche Kinder bzw. Kinder, deren Vater im Zeitpunkt der Wiedervereinigung auf dem Gebiet der Neuen Bundesländer lebte, waren auch bisher schon den ehelichen Kindern gleichgestellt, also voll erb- und pflichtteilsberechtigt.

4. Was ist nun zu tun?

Jedes nichteheliche Kind sollte prüfen lassen, ob die Vaterschaft rechtlich feststeht. Denn zwingende Voraussetzung für eine Erbberechtigung jedes nichtehelichen Kindes ist, dass der Vater die Vaterschaft entweder formell anerkannt hat oder die Vaterschaft vom Gericht festgestellt wurde.

Ist dies bisher nicht geschehen, muss das nachgeholt werden, falls das nichteheliche Kind seine Erbansprüche sichern will. Wirkt der Vater dabei nicht freiwillig mit, bleibt dem nichtehelichen Kind die Möglichkeit die gerichtliche Feststellung der Vaterschaft zu beantragen.

Erbrechtkanzlei Ruby – Wir machen nur Erbrecht – Wir helfen Ihnen – Überall in Deutschland – Tel. 07721 / 9930505

Wichtig: Auch wenn sich auf unserer Homepage vieles für Sie einfach darstellen mag, fehlt auch dem intelligentesten Laien der Gesamtüberblick im Erbrecht. Oft werden schwierigste Punkte, die scheinbar im Vordergrund stehen, verstanden, grundlegende andere Probleme, die für den konkreten Fall wirklich entscheidend sind, aber gar nicht gesehen. Wir empfehlen Ihnen daher, unsere günstige Erstberatung von bis zu 1,5 Stunden in Anspruch zu nehmen. Die Erstberatung kann persönlich, telefonisch, schriftlich oder per Mail erfolgen. Sie kostet nur 190 Euro plus Mehrwertsteuer (eventuell noch Postgebührenpauschale, also im Ergebnis 226,10 oder 249,90 Euro). Sparen Sie nicht am falschen Ort. Oft müssen die Erben später viele Jahre prozessieren und Zigtausende an Anwalts- und Gerichtskosten zahlen, nur weil der Erblasser die geringen Erstberatungskosten sparen wollte. Übrigens: Bei einer Erstberatung durch uns erhalten Sie Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung kostenlos.

Das könnte Sie auch interessieren

BGB § 2101 Noch nicht gezeugter Nacherbe

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby 1. Kann jemand zum Nacherben eingesetzt werden, der zur Zeit des Erbfalls weder geboren noch auch nur gezeugt ist? Ja. § 2101 BGB Noch nicht gezeugter Nacherbe     (1) Ist eine zur Zeit des Erbfalls noch nicht gezeugte Person als Erbe eingesetzt, so ist im Zweifel anzunehmen, dass sie…

Neues Europäisches Erbrecht: Vor- und Nachteile – Großbritannien

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby   1. Brite in Deutschland Ein Brite lebt in Deutschland und stirbt dort. Nach altem Recht galt englisches Erbrecht, jetzt deutsches Erbrecht. Das deutsche Nachlassgericht kann jetzt einen Erbschein über das gesamte Vermögen (auch für das in England, ob das dort anerkannt wird ist fraglich, Großbritannien ist nicht der EUErbVO…

Gesetze zum Erbrecht

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby BGB – Bürgerliches Gesetzbuch GNotKG – Gesetz über Kosten der freiwilligen Gerichtsbarkeit für Gerichte und Notare LpartG – Gesetz über die eingetragene Lebenspartnerschaft BNotO – Bundesnotarordnung BeurkG – Beurkundungsgesetz FamFG – Gesetz über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit VerschG – Verschollenheitsgesetz RVG – Rechtsanwaltsvergütungsgesetz…

Menü