Frankreich besteuert Erbschaften und Schenkungen

  1. Startseite
  2. F [Steuern sparen von A bis Z]
  3. Frankreich besteuert Erbschaften und Schenkungen
RUBY. Die Kanzlei für Erbrecht.
RUBY. Die Kanzlei für Erbrecht. Hier sehen Sie Ihre Rechtsanwälte für Erbrecht Ruby, Treutlein, Klink

Frankreich erhebt eine Erbschaftsteuer für Erbschaften und eine Schenkungsteuer für Schenkungen. Die Steuersätze sind deutlich höher als in Deutschland.

Lebt der Erblasser oder der Schenker in Frankreich besteht eine „unbeschränkte Steuerpflicht“. Das bedeutet, dass das gesamte Vermögen, das als Geschenk oder Erbschaft übergeht vom französischen Staat besteuert wird, und zwar gleichgültig an welchem Ort der Welt es sich befindet. Bei der unbeschränkten Steuerpflicht wird also das gesamt Weltvermögen, das als Erbschaft oder Geschenk übergeht, von der Steuer erfasst.

Diese unbeschränkte Steuerpflicht gilt auch für den Erwerber, wenn der Erwerber seinen Steuerwohnsitz innerhalb der letzten zehn Jahre für einen Zeitraum von sechs Jahren in Frankreich hatte. Ist das ist von der Steuer nur das Vermögen betroffen, das sich in Frankreich befindet, also eben nicht das unter Nießbrauchsvorbehalt geschenkte Haus in Deutschland.

Zur Vermeidung einer Doppelbesteuerung hat Frankreich mit Deutschland eine Doppelbesteuerungsabkommen auf dem Gebiet der Erbschaft- und Schenkungsteuer abgeschlossen.

Grundsätze für die deutsch-französische Doppelbesteuerung

Hat der Erblasser oder Schenker seinen Hauptwohnsitz in Frankreich besteht die unbeschränkte Steuerpflicht.

Unbeschränkte französische Steuerpflicht gilt auch, wenn lediglich der Erwerber in den letzten 10 Jahren vor dem Erwerb einen Hauptwohnsitz in Frankreich innehatte.

Das DBA stellt nur auf Wohnsitz des Zuwendenden (Erblasser oder Schenker) ab und ist insofern lückenhaft. Die deutschen oder französischen Erbschaftsteuerrechte kommen nämlich auch dann zu einer unbeschränkten Erbschaftsteuerpflicht, wenn ausschließlich der Erwerber in Deutschland bzw. Frankreich ansässig ist. Der erbschaftsteuerpflichtige Erwerber profitiert dann von der Anrechnungsregelung, wenn Erwerber und Zuwender in Deutschland oder Frankreich leben. Lebt der Erblasser aber in Drittstaat und vererbt eine Immobilie in Frankreich an den in Deutschland lebenden Erben kommt es zu einer Doppelbesteuerung in Deutschland und Frankreich.

RUBY. Die Kanzlei für Erbrecht. Konstanz – Radolfzell – Villingen – Rottweil. Termine unter 07721 9930505 vereinbaren.

Das könnte Sie auch interessieren

Teilungsversteigerung bei Erbengemeinschaft als letztes Mittel

Teilungsversteigerung bei Erbengemeinschaft

Beeinträchtigende Schenkung

Druckansicht öffnen  [ 24.07.2010 ] Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby In Berliner Testamenten setzen sich die Eltern gegenseitig zu Vollerben und der längerlebende Elternteil die gemeinschaftlichen Kinder zu Schlusserben ein. Die Schlusserbeneinsetzung kann in der Regel vom längerlebenden Elternteil durch neues Testament nicht mehr abgeändert werden. Die Schlusserben haben ihr Erbe sozusagen „sicher“. Wenn nun…

Anstandsschenkung: Was der Anstand gebietet und beim Pflichtteil hilft

Druckansicht öffnen  [ 23.12.2010 ] Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby Eine Anstandsschenkung ist eine Schenkung, die der Anstand gebietet. Juristisch gesprochen ist es eine unentgeltliche Zuwendung, die nach der Anschauung des täglichen Lebens nicht unterbleiben könnte, ohne dass der Schenkende an sozialem Ansehen verlieren würde. Das ist unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalles sowie der jeweiligen…

Menü