Nachträglich eingefügtes Datum bzw. Ortsangabe im Testament ist gültig

  1. Startseite
  2. Tipps & Tricks
  3. Nachträglich eingefügtes Datum bzw. Ortsangabe im Testament ist gültig

Nachträglich eingefügtes Datum bzw. Ortsangabe im Testament ist gültig. Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Nachträglich eingefügtes Datum bzw. Ortsangabe im Testament ist gültig.

Ein im Jahr 2007 verstorbener Erblasser verfasste drei handschriftliche Testamente. Im ersten Testament vom 29. April 1989 setzte er seine wesentlich jüngere Ehefrau zur Alleinerbin ein. Am 3. Oktober 1989 bestimmte er hingegen einen Neffen zum Alleinerben, da ihn die Ehefrau verlassen hatte. In seinem letzten Testament vom 20. Oktober 1997 setzte er wiederum seine Ehefrau zur Alleinerbin ein. In diesem jüngsten Testament hatte er nachträglich mit einem anderen Kugelschreiber Ort und Datum in der ersten Zeile des Testamentstexts neben der Überschrift „Mein Testament“ eingefügt. Die Witwe beantragte auf Grund des letzten Testaments einen Alleinerbschein. Der Neffe betritt die Echtheit des Testaments. Ein schriftvergleichendes Sachverständigengutachten kam zu dem Ergebnis, dass das jüngste Testament mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit vom Erblasser eigenhändig ge- und unterschrieben wurde. Der Gutachter unterzog die mit einem anderen Kugelschreiber gefertigte Niederschrift über Ort und Datum einer gesonderten Untersuchung und stellte fest, dass „keine Zweifel“ daran bestünden, dass der Erblasser diese Angaben nachträglich selbst eingefügt hatte.

Das OLG München entschied, dass die Zeit- und Ortsangaben im Testament die Bedeutung eines Zeugnisses über Zeit und Ort der Testamentserrichtung haben. Bis zum Beweis des Gegenteils ist von der Richtigkeit von Orts- und Datumsangabe im Testament auszugehen. Nur weil Orts- und Datumsangabe vom Erblasser nachträglich eingefügt wurden, genügt nicht, um diese Vermutung zu widerlegen. Ob das Errichtungsdatum räumlich vor dem Testamentstext oder danach angebracht ist, ändert nichts an seiner Bedeutung für den Zeitpunkt der Testamentserrichtung.

Erbrechtkanzlei Ruby – Wir machen nur Erbrecht – Wir helfen Ihnen – Überall in Deutschland – Tel. 07721 / 9930505

Wichtig: Auch wenn sich auf unserer Homepage vieles für Sie einfach darstellen mag, fehlt auch dem intelligentesten Laien der Gesamtüberblick im Erbrecht. Oft werden schwierigste Punkte, die scheinbar im Vordergrund stehen, verstanden, grundlegende andere Probleme, die für den konkreten Fall wirklich entscheidend sind, aber gar nicht gesehen. Wir empfehlen Ihnen daher, unsere günstige Erstberatung von bis zu 1,5 Stunden in Anspruch zu nehmen. Die Erstberatung kann persönlich, telefonisch, schriftlich oder per Mail erfolgen. Sie kostet nur 190 Euro plus Mehrwertsteuer (eventuell noch Postgebührenpauschale, also im Ergebnis 226,10 oder 249,90 Euro). Sparen Sie nicht am falschen Ort. Oft müssen die Erben später viele Jahre prozessieren und Zigtausende an Anwalts- und Gerichtskosten zahlen, nur weil der Erblasser die geringen Erstberatungskosten sparen wollte. Übrigens: Bei einer Erstberatung durch uns erhalten Sie Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung kostenlos.

Das könnte Sie auch interessieren

Hinterbliebenenrente (gesetzliche)

Druckansicht öffnen  [ 07.10.2010 ] Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby Die gesetzliche Hinterbliebenenrente fällt nicht unter den Katalog der Erbschaftsteuertatbestände des § 3 ErbStG. Sie unterliegt daher nicht der Erbschaftsteuer. Das gilt für die Versorgungsbezüge der Hinterbliebenen von Beamten, die Versorgungsbezüge von Hinterbliebenen von Angestellten und Arbeitern aus der gesetzlichen Rentenversicherung und die Versorgungsbezüge aus…

Wie lange dauert es bis ich einen Erbschein bekomme?

Druckansicht öffnen  [ 31.05.2014 ] Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby Das kann schnell gehen, also innerhalb von 1 – 3 Monaten. In Streitfällen kann dies aber auch Jahre dauern. Erbrechtkanzlei Ruby – Wir machen nur Erbrecht – Wir helfen Ihnen – Überall in Deutschland – Tel. 07721 / 9930505 Wichtig: Auch wenn sich auf unserer…

Ausschlagung: Vorsicht bei Ausschlagung des Nacherben zu Gunsten des Vorerben

Druckansicht öffnen  [ 13.04.2015 ] Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby Frage: Meine Eltern haben sich gegenseitig zu Alleinerben eingesetzt. Mein Vater ist verstorben. Die Mutter ist Vorerbe. Ich bin Nacherbe des Vaters. Als Ersatznacherbe für mich ist ein gemeinnütziger Verein eingesetzt. Kann ich die Nacherbschaft zu Gunsten der Mutter ausschlagen, damit diese Vollerbin wird und…

Menü