Sparbücher auf Namen der Enkel: Wem gehört Geld nach Tod der Großeltern?

  1. Startseite
  2. S [Erbrecht verständlich von A - Z]
  3. Sparbücher auf Namen der Enkel: Wem gehört Geld nach Tod der Großeltern?

Sparbücher auf Namen der Enkel: Wem gehört Geld nach Tod der Großeltern? Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Sparbücher auf den Namen der Enkel

Oma oder Opa legen auf den Namen der Enkel Sparbücher an und behalten sie bei sich. Nach dem Tod sollen die Enkel die Sparbücher erhalten. Das Problem ist dann aber, dass in der Regel die Kinder die Erben werden. Es kommt nicht selten vor, dass die Erben meinen, die Sparbücher mit Guthaben gehörten zum Nachlass und nicht den Enkeln. So war es auch in einem Fall, den das Oberlandesgericht Koblenz zu entscheiden hatte. Die Tochter war Alleinerbin ihrer Mutter geworden. Sie fand im Nachlass zwei Sparbücher, die auf ihre eigenen Kinder, also die Enkelkinder der verstorbenen angelegt waren. Darauf befanden sich jeweils Guthaben von 10.000.

Wem gehört das Sparbuch?

Die Erben und ihre Töchter stritten sich nun darum, wer Rechtsinhaber der Sparguthaben sei. Die Tochter der Verstorbenen stützte sich auf den Umstand, dass sie die Sparbücher geerbt habe. Die Enkel beriefen sich auf eine Schenkung durch ihre Großmutter. Die Mutter verklagte ihre eigenen Kinder, der Auszahlung der Sparguthaben an sie als Erbin zuzustimmen. Die Kinder hingegen verlangten von ihrer Mutter, dass diese die Sparbücher herausgeben sollte. Die Kinder bekamen Recht. Das Oberlandesgericht Koblenz entschied:

Eröffnet die Großmutter zu ihren Lebzeiten auf den Namen ihrer leiblichen Enkel Sparkonten, behält sie aber den Besitz der Sparkassenbücher und wird ihre Tochter ihre Erbin, so können die Enkel von ihrer Mutter, weil sie durch Schenkung Inhaber der Sparkonten geworden sind, die Herausgabe der Sparbücher verlangen.

OLG Koblenz, Urteil vom 22-12-1994 – 5 U 854/94

Erbrechtkanzlei Ruby – Wir machen nur Erbrecht – Wir helfen Ihnen – Überall in Deutschland – Tel. 07721 / 9930505

Wichtig: Auch wenn sich auf unserer Homepage vieles für Sie einfach darstellen mag, fehlt auch dem intelligentesten Laien der Gesamtüberblick im Erbrecht. Oft werden schwierigste Punkte, die scheinbar im Vordergrund stehen, verstanden, grundlegende andere Probleme, die für den konkreten Fall wirklich entscheidend sind, aber gar nicht gesehen. Wir empfehlen Ihnen daher, unsere günstige Erstberatung von bis zu 1,5 Stunden in Anspruch zu nehmen. Die Erstberatung kann persönlich, telefonisch, schriftlich oder per Mail erfolgen. Sie kostet nur 190 Euro plus Mehrwertsteuer (eventuell noch Postgebührenpauschale, also im Ergebnis 226,10 oder 249,90 Euro). Sparen Sie nicht am falschen Ort. Oft müssen die Erben später viele Jahre prozessieren und Zigtausende an Anwalts- und Gerichtskosten zahlen, nur weil der Erblasser die geringen Erstberatungskosten sparen wollte. Übrigens: Bei einer Erstberatung durch uns erhalten Sie Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung kostenlos.

Das könnte Sie auch interessieren

Zehn Jahre zurück wird für die Steuer zusammengerechnet

Zehn Jahre zurück wird für die Steuer zusammengerechnet

Blinde müssen ihr Testament beim Notar errichten

Blinde müssen ihr Testament beim Notar errichten

Was versteht man unter „Internationales Erbrecht“?

Was versteht man unter „Internationales Erbrecht“? Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby Das internationale Erbrecht beschäftigt sich mit der Frage, welches nationale Recht zur Anwendung kommt, wenn ein Erbfall Auslandsberührung hat. Stirbt ein Ausländer in Deutschland stellt sich die Frage, ob er nach deutschem oder ausländischem Erbrecht beerbt wird. Für Deutschland und andere europäische Staaten gilt…

Menü