Testament: Was passiert bei einer gefälschten Unterschrift?

  1. Startseite
  2. Tipps & Tricks
  3. Testament: Was passiert bei einer gefälschten Unterschrift?

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

 

Kommt ein Gutachter zu dem Schluss, dass die Unterschrift unter dem Testament „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht vom Erblasser stammt“ ist das Testament unwirksam und der Testamentsfälscher kann für erbunwürdig erklärt werden, wenn eine entsprechende Anfechtungsklage (das Gesetz nennt sie so, in Wahrheit ist es eine Feststellungsklage auf Feststellung der Erbunwürdigkeit des Testamentsfälschers) erhoben wird.

§ 2339 BGB Gründe für Erbunwürdigkeit
(1) Erbunwürdig ist:
1. wer den Erblasser vorsätzlich und widerrechtlich getötet oder zu töten versucht oder in einen Zustand versetzt hat, infolge dessen der Erblasser bis zu seinem Tode unfähig war, eine Verfügung von Todes wegen zu errichten oder aufzuheben,
2. wer den Erblasser vorsätzlich und widerrechtlich verhindert hat, eine Verfügung von Todes wegen zu errichten oder aufzuheben,
3. wer den Erblasser durch arglistige Täuschung oder widerrechtlich durch Drohung bestimmt hat, eine Verfügung von Todes wegen zu errichten oder aufzuheben,
4. wer sich in Ansehung einer Verfügung des Erblassers von Todes wegen einer Straftat nach den §§ 267, 271 bis 274 des Strafgesetzbuchs schuldig gemacht hat.
(2) Die Erbunwürdigkeit tritt in den Fällen des Absatzes 1 Nr. 3, 4 nicht ein, wenn vor dem Eintritt des Erbfalls die Verfügung, zu deren Errichtung der Erblasser bestimmt oder in Ansehung deren die Straftat begangen worden ist, unwirksam geworden ist, oder die Verfügung, zu deren Aufhebung er bestimmt worden ist, unwirksam geworden sein würde.

Erbrechtkanzlei Ruby – Wir machen nur Erbrecht – Wir helfen Ihnen – Überall in Deutschland – Tel. 07721 / 9930505

Wichtig: Auch wenn sich auf unserer Homepage vieles für Sie einfach darstellen mag, fehlt auch dem intelligentesten Laien der Gesamtüberblick im Erbrecht. Oft werden schwierigste Punkte, die scheinbar im Vordergrund stehen, verstanden, grundlegende andere Probleme, die für den konkreten Fall wirklich entscheidend sind, aber gar nicht gesehen. Wir empfehlen Ihnen daher, unsere günstige Erstberatung von bis zu 1,5 Stunden in Anspruch zu nehmen. Die Erstberatung kann persönlich, telefonisch, schriftlich oder per Mail erfolgen. Sie kostet nur 190 Euro plus Mehrwertsteuer (eventuell noch Postgebührenpauschale, also im Ergebnis 226,10 oder 249,90 Euro). Sparen Sie nicht am falschen Ort. Oft müssen die Erben später viele Jahre prozessieren und Zigtausende an Anwalts- und Gerichtskosten zahlen, nur weil der Erblasser die geringen Erstberatungskosten sparen wollte. Übrigens: Bei einer Erstberatung durch uns erhalten Sie Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung kostenlos.

Das könnte Sie auch interessieren

Zur Vererbung nach der HöfeO trotz Wegfalls der Hofeigenschaft vor Eintritt des Nacherbfalls

Zur Vererbung nach der HöfeO trotz Wegfalls der Hofeigenschaft vor Eintritt des Nacherbfalls. Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby Frage: Meine Eltern waren zu je 1/2 Miteigentümer eines landwirtschaftlichen Betriebs. Im Grundbuch war kein Hofvermerk eingetragen. Nach dem Tod meiner Mutter 1971 erteilte das Amtsgericht einen Erbschein, der mich und meinen Vater als Erben zu je ½ auswies. Mein…

Kann ich Testament von Sohn schreiben lassen und dann unterschreiben?

Kann ich Testament von Sohn schreiben lassen und dann unterschreiben?

Unternehmenserben: Nachsteuer bei Überentnahme zur Zahlung der Schenkungsteuer

Überentnahme zur Zahlung der Schenkungsteuer. Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby Überentnahme zur Zahlung der Schenkungsteuer In einem Urteil vom 21.08.2008 (3 K 4920/06 Erb; Rev. eingelegt, Az. BFH: II R 63/08) stellt das Finanzgericht Münster fest: Schädliche Überentnahmen i. S. von § 13a Abs. 5 Nr. 3 ErbStG a. F. liegen unter Berücksichtigung des mit der…

Menü