Was versteht man unter „Anwachsung“?

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Anwachsung. Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Anwachsung

ist das Recht der testamentarisch auf den gesamten Nachlass eingesetzten Miterben auf Erhöhung ihres Erbteils um die frei gewordene Erbquote eines eingesetzten, aber durch Vorversterben oder Ausschlagung weggefallenen Miterben. Die Einsetzung auf den gesamten Nachlass kann sich auch aus § 2089 BGB ergeben.

Beispiel

A setzt B zu 3/9 , C zu 4/9 und D zu 2/9 als Erben ein. B stirbt vor A.  Das Drittel von A geht im Verhältnis von 4 : 2 bzw. 2 : 1 auf D und D über, so dass C 2/9 und D 1/9 anwachsen. Die Erbteile von C sind dann 6/9 bzw. 2/3 und die von D 3/9 bzw. 1/3.

§ 2094 BGB Anwachsung
   (1) Sind mehrere Erben in der Weise eingesetzt, dass sie die gesetzliche Erbfolge ausschließen, und fällt einer der Erben vor oder nach dem Eintritt des Erbfalls weg, so wächst dessen Erbteil den übrigen Erben nach dem Verhältnis ihrer Erbteile an. Sind einige der Erben auf einen gemeinschaftlichen Erbteil eingesetzt, so tritt die Anwachsung zunächst unter ihnen ein.
   (2) Ist durch die Erbeinsetzung nur über einen Teil der Erbschaft verfügt und findet in Ansehung des übrigen Teils die gesetzliche Erbfolge statt, so tritt die Anwachsung unter den eingesetzten Erben nur ein, soweit sie auf einen gemeinschaftlichen Erbteil eingesetzt sind.
   (3) Der Erblasser kann die Anwachsung ausschließen.

§ 2089 BGB Erhöhung der Bruchteile
   Sollen die eingesetzten Erben nach dem Willen des Erblassers die alleinigen Erben sein, so tritt, wenn jeder von ihnen auf einen Bruchteil der Erbschaft eingesetzt ist und die Bruchteile das Ganze nicht erschöpfen, eine verhältnismäßige Erhöhung der Bruchteile ein.

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