Welche Schulden kann man erben?

Druckansicht öffnen 

[ 10.01.2015 ]

Gerhard Ruby - Portrait

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Man erbt auch Schulden
Der Erbe erbt nicht nur das Vermögen, sondern auch die Schulden des Erblassers. Diese „Erblasserschulden“ gehören zu den Nachlassverbindlichkeiten, für die der Erbe haftet (§ 1967 Abs. 1 BGB).

  • § 1967 BGB Erbenhaftung, Nachlassverbindlichkeiten
    (1) Der Erbe haftet für die Nachlassverbindlichkeiten.
    (2) Zu den Nachlassverbindlichkeiten gehören außer den vom Erblasser herrührenden Schulden die den Erben als solchen treffenden Verbindlichkeiten, insbesondere die Verbindlichkeiten aus Pflichtteilsrechten, Vermächtnissen und Auflagen.

Erbfallschulden
Weitere Verbindlichkeiten sind die, die den Erben als solchen, also gerade als Erben, treffen, zum Beispiel  Verbindlichkeiten aus Pflichtteilsrechten, Vermächtnissen und Auflagen (§ 1967 Abs. 2 BGB). Zu den Erbfallschulden gehören außerdem der Voraus, die Kosten der Beerdigung des Erblassers und der Dreißigste.

Nachlassverbindlichkeiten  sind auch Kosten der Verwaltung des Nachlasses, wie bspw. die Kosten der Eröffnung einer Verfügung von Todes wegen (§ 2260, 2300 BGB), die Kosten gerichtlicher Sicherung des Nachlasses (§ 1960 BGB) und die Kosten einer Nachlasspflegschaft (§ 1961 BGB).

Nachlasserbenschulden
Als „Nachlasserbenschulden“ werden Verbindlichkeiten bezeichnet, die der Erbe bei der Verwaltung des Nachlasses eingeht und für die er auch persönlich haftet, wenn er nicht mit dem Gläubiger eine Haftungsbeschränkung vereinbart hat. Auf eine solche wird der Gläubiger in der Regel nicht eingehen. Solche Schulden sind gleichzeitig Nachlassverbindlichkeiten und Eigenschulden des Erben.

Erbrechtkanzlei Ruby – Wir machen nur Erbrecht – Wir helfen Ihnen – Überall in Deutschland – Tel. 07721 / 9930505


Wichtig: Auch wenn sich auf unserer Homepage vieles für Sie einfach darstellen mag, fehlt auch dem intelligentesten Laien der Gesamtüberblick im Erbrecht. Oft werden schwierigste Punkte, die scheinbar im Vordergrund stehen, verstanden, grundlegende andere Probleme, die für den konkreten Fall wirklich entscheidend sind, aber gar nicht gesehen. Wir empfehlen Ihnen daher, unsere günstige Erstberatung von bis zu 1,5 Stunden in Anspruch zu nehmen. Die Erstberatung kann persönlich, telefonisch, schriftlich oder per Mail erfolgen. Sie kostet nur 190 Euro plus Mehrwertsteuer (eventuell noch Postgebührenpauschale, also im Ergebnis 226,10 oder 249,90 Euro). Sparen Sie nicht am falschen Ort. Oft müssen die Erben später viele Jahre prozessieren und Zigtausende an Anwalts- und Gerichtskosten zahlen, nur weil der Erblasser die geringen Erstberatungskosten sparen wollte. Übrigens: Bei einer Erstberatung durch uns erhalten Sie Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung kostenlos.

Menü