Wie bekommt der einzelne Erbe seinen Anteil aus der Erbengemeinschaft?

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[ 09.01.2015 ]

Gerhard Ruby - Portrait

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Dies geschieht im Rahmen der sogenannten „Auseinandersetzung“ oder „Erbteilung“. Die Erbengemeinschaft ist dazu bestimmt, den Nachlass abzuwickeln und aufzuteilen, sie ist also nicht auf Dauer eingerichtet.

Jeder Miterbe kann jederzeit die Auseinandersetzung verlangen (§ 2042 Abs. 1 BGB).

  • § 2042 BGB Auseinandersetzung
    (1) Jeder Miterbe kann jederzeit die Auseinandersetzung verlangen, soweit sich nicht aus den §§ 2043 bis 2045 ein anderes ergibt.
    (2) Die Vorschriften des § 749 Abs. 2, 3 und der §§ 750 bis 758 finden Anwendung.

Eine solche Auseinandersetzung bedeutet vor allem,

  • dass zuerst alle Nachlassgläubiger bekommen, was ihnen zusteht („Der Gläubiger ist der erste Erbe“),
  • dass alle Rechtsgeschäfte der Erbengemeinschaft mit Dritten erledigt werden,
  • dass ein Ausgleich stattfindet, falls einer der Miterben schon im Voraus etwas vom Nachlass empfangen hat und
  • dass der verbliebene Rest des Nachlasses unter den Miterben verteilt wird. Dabei sind die Anordnungen, die der Erblasser in seinem Testament für die Auseinandersetzung getroffen hat, zu beachten (§ 2048 BGB).
  • § 2048 BGB Teilungsanordnungen des Erblassers
    Der Erblasser kann durch letztwillige Verfügung Anordnungen für die Auseinandersetzung treffen. Er kann insbesondere anordnen, dass die Auseinandersetzung nach dem billigen Ermessen eines Dritten erfolgen soll. Die von dem Dritten auf Grund der Anordnung getroffene Bestimmung ist für die Erben nicht verbindlich, wenn sie offenbar unbillig ist; die Bestimmung erfolgt in diesem Falle durch Urteil.

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