Was bedeutet „die Erbengemeinschaft ist eine Gesamthand“?

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Was bedeutet die Erbengemeinschaft ist eine Gesamthand? Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Was bedeutet eigentlich, dass die Erbengemeinschaft eine Gesamthand ist?

  • Die Gesamthandsgemeinschaft ist zunächst kein Rechtssubjekt, sondern ein bloßes Rechtsverhältnis.
  • Das Gesamthandsvermögen ist Vermögen der einzelnen Gesellschafter und nicht der Erbengemeinschaft, die kein selbstständiges Vermögen hat.
  • Für die Schulden der Erbengemeinschaft haften die Miterben grundsätzlich persönlich und unbeschränkt, allerdings beschränkbar auf den Nachlass.
  • Die Erbengemeinschaft ist nicht parteifähig, kann also in einem Gerichtsprozess nicht selber Kläger oder Beklagter sein. Das können immer nur die einzelnen Miterben.
  • Grundsätzlich kann der einzelne Gesamthänder über seinen Anteil an dem Gesamthandsvermögen und den einzelnen dazugehörigen Gegenständen nicht verfügen. Beim Erbteil der Erbengemeinschaft ist dies vom Gesetz aber erlaubt.
  • Über das Gesamthandsvermögen können die Gesamthänder nur gemeinsam (zur gesamten Hand = coniuncta manu) verfügen.
  • Am Gesamthandsvermögen haben die Miterben ein umfassendes Nutzungsrecht, das nur durch die Nutzungsrechte der anderen Miterben eingeschränkt ist.
  • Die Erbengemeinschaft wird durch sämtliche Miterben gemeinsam vertreten.
  • Die Beschlussfassung erfolgt grundsätzlich einstimmig, doch ist bei der ordnungsmäßigen Verwaltung ein Mehrheitsbeschluss möglich.
  • Während die Gesamthandsgemeinschaft normalerweise durch Tod eines Gesamthänders erlischt ist dies bei der Erbengemeinschaft nicht so. Beim Tod eines Miterben wird sein Erbteil  weitervererbt.
  • Jeder Miterbe kann jederzeit die Auseinandersetzung (= Auflösung und Abwicklung) der Erbengemeinschaft verlangen.

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