Wie wird der Nachlass für die Berechnung des Pflichtteils bewertet?

  1. Startseite
  2. B [Erbrecht verständlich von A - Z]
  3. Wie wird der Nachlass für die Berechnung des Pflichtteils bewertet?

Bewertung des Nachlasses für den Pflichtteil

Bewertung des Nachlasses für den Pflichtteil

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby, Spezialist Erbrecht.

Die Bewertung des Nachlasses hat große Bedeutung bei der Berechnung des Pflichtteils.

Für die Bewertung müssen zum einen die einzelnen Vermögenswerte erfasst und bewertet werden. Zum anderen sind dann die vom Erblasser hinterlassenen Schulden abzuziehen.

Bei der Bewertung der Nachlassgegenstände kommt es auf deren Verkehrswert an (Verkehrswert ist der wirkliche Wert, der bei einem Verkauf vom Käufer zu zahlen wäre).

Bei Wertpapieren

ist das der Kurswert am Todestag des Erblassers.

Firma

Hatte der Erblasser Gesellschaftsanteile, ein Handelsgeschäft eine Firma oder eine Praxis, ist für die Bewertung maßgebend, was ein Außenstehender für die Anteile zahlen würde.

Bei Immobilien

ist der auf dem freien Markt erzielbare Preis heranzuziehen. Dieser Verkehrswert wird bei Schätzgutachten nach dem Ertragswert- oder Sachwertverfahren ermittelt.

Mietshaus

Ist ein Mietshaus Teil des Nachlasses, wird nach dem Ertragswertverfahren auf die erzielten Mieten abgestellt.

Eigenheim

Bei einem selbst genutzten Eigenheim ist nach dem Sachwertverfahren zu ermitteln, was es kosten würde dieses Haus heute zu bauen. Im Anschluss wird dann das Alter des Hauses wertmindernd berücksichtigt.

Der Wert eines unbebauten Grundstücks

ist nach dem Bodenrichtwert zu ermitteln, der bei den Gutachterausschüssen der Gemeinde erfragt werden kann.

Vom Nachlass abzuziehen

sind die Schulden des Erblassers (worunter auch Steuerschulden des Erblassers fallen, die zum Zeitpunkt des Erbfalls schon bestanden), die Zugewinnausgleichsforderung und der Voraus des überlebenden Ehegatten und sonstige mit dem Erbfall zusammenhängende Kosten wie Beerdigungs-, Nachlassverwaltungs- und Prozesskosten.

Nicht in Abzug zu bringen sind der Dreißigste, Vermächtnisse, Auflagen, und die Erbschaftssteuer des jeweils Erb- und Pflichtteilsberechtigten.

Erbrechtkanzlei Ruby – Wir machen nur Erbrecht – Wir helfen Ihnen – Überall in Deutschland – Tel. 07721 / 9930505

Wichtig: Auch wenn sich auf unserer Homepage vieles für Sie einfach darstellen mag, fehlt auch dem intelligentesten Laien der Gesamtüberblick im Erbrecht. Oft werden schwierigste Punkte, die scheinbar im Vordergrund stehen, verstanden, grundlegende andere Probleme, die für den konkreten Fall wirklich entscheidend sind, aber gar nicht gesehen. Wir empfehlen Ihnen daher, unsere günstige Erstberatung von bis zu 1 Stunde in Anspruch zu nehmen. Die Erstberatung kann persönlich, telefonisch, schriftlich oder per Mail erfolgen. Sie kostet nur 190 Euro plus Mehrwertsteuer (eventuell noch Postgebührenpauschale, also im Ergebnis 226,10 oder 249,90 Euro). Sparen Sie nicht am falschen Ort. Oft müssen die Erben später viele Jahre prozessieren und Zigtausende an Anwalts- und Gerichtskosten zahlen, nur weil der Erblasser die geringen Erstberatungskosten sparen wollte. Übrigens: Bei einer Erstberatung durch uns erhalten Sie Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung kostenlos.

Das könnte Sie auch interessieren

Was versteht man eigentlich unter dem „Nachlass“?

Was versteht man eigentlich unter dem „Nachlass“?

Annahme der Erbschaft: Schneller als man denkt

Annahme der Erbschaft: Schneller als man denkt

Kosten der Erbauseinandersetzung bei Erbschaftsteuer abzugsfähig

Kosten der Erbauseinandersetzung bei Erbschaftsteuer abzugsfähig

Menü