Bindungswirkung beim gemeinschaftlichen Ehegattentestament

  1. Startseite
  2. B
  3. Bindungswirkung beim gemeinschaftlichen Ehegattentestament

Gerhard Ruby - Portrait

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby, Spezialist Erbrecht

Haben deutsche Eheleute ein gemeinschaftliches Testament errichtet, in dem sie Verfügungen getroffen haben, die der eine Ehegatte nicht ohne die Verfügung des anderen Ehegatten getroffen hätte, ist im Falle des Ablebens eines Ehegatten der andere grundsätzlich an die Verfügungen gebunden (sog. Bindungswirkung). Er kann dann das Testament nicht mehr abändern. Das gilt z.B. für

  • Erben, die auf den Tod des Längerlebenden eingesetzt wurden, z.B. die Kinder
  • Vermächtnisse, z.B. der Gesangsverein bekommt nach dem Längerlebenden 10.000 Euro
  • oder Auflagen getroffen haben, z.B. der Erbe A (und nicht B) hat das Grab nach dem Längerlebenden zu pflegen

Der überlebende Ehegatte kann dann nur noch seine Verfügungen (= Verfügungen des Längerlebenden) aufheben, indem er das ihm Zugewendete ausschlägt.

In deutsch-schweizerischen Erbrechtsfällen tritt diese Bindungswirkung nur ein, soweit dies sowohl das deutsche wie das schweizer Erbrecht vorsehen. Da die Schweiz das Ehegattentestament nicht kennt, hängt die Anerkennung der Bindungswirkung von bestimmten Voraussetzungen ab.

Erbrechtkanzlei Ruby – Wir machen nur Erbrecht – Wir helfen Ihnen – Überall in Deutschland – Tel. 07721 / 9930505

Wichtig: Auch wenn sich auf unserer Homepage vieles für Sie einfach darstellen mag, fehlt auch dem intelligentesten Laien der Gesamtüberblick im Erbrecht. Oft werden schwierigste Punkte, die scheinbar im Vordergrund stehen, verstanden, grundlegende andere Probleme, die für den konkreten Fall wirklich entscheidend sind, aber gar nicht gesehen. Wir empfehlen Ihnen daher, unsere günstige Erstberatung von bis zu 1,5 Stunden in Anspruch zu nehmen. Die Erstberatung kann persönlich, telefonisch, schriftlich oder per Mail erfolgen. Sie kostet nur 190 Euro plus Mehrwertsteuer (eventuell noch Postgebührenpauschale, also im Ergebnis 226,10 oder 249,90 Euro). Sparen Sie nicht am falschen Ort. Oft müssen die Erben später viele Jahre prozessieren und Zigtausende an Anwalts- und Gerichtskosten zahlen, nur weil der Erblasser die geringen Erstberatungskosten sparen wollte. Übrigens: Bei einer Erstberatung durch uns erhalten Sie Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung kostenlos.

Das könnte Sie auch interessieren

Schenkungen an den Ehegatten im Pflichtteilsrecht

Schenkungen des Erblassers können nach seinem Tod zu Pflichtteilsansprüchen führen. Gerade Schenkungen an den Ehegatten sind pflichtteilsrechtlich besonders gefährlich. Bei Ehegattenschenkungen spielt die sonst beim Schenkungspflichtteil geltende Abschmelzung des Pflichtteils um zehn Prozent jährlich nämlich keine Anwendung. Objektiv unentgeltlich reicht Dabei spielt es auch keine Rolle, ob die Ehegattenzuwendung als Schenkung, ehebezogene, ehebedingte oder unbenannte…

Testamentskopie als Testamentsersatz?

Testamentskopie . Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby Frage: Ich bin der Neffe der vorverstorbenen Ehefrau meines jetzt verstorbenen „Onkels“. Ich habe eine Ablichtung eines handschriftlichen Testaments gefunden und die Erteilung eines Alleinerbscheins beantragt. Das Original des Testaments wurde nicht aufgefunden. Die Vernehmung meiner Ehefrau hat ergeben, dass mein Onkel ein Originaltestament mit dem aus der…

Wird ein Testament unwirksam, wenn der Erblasser dement wird?

Wird ein Testament unwirksam, wenn der Erblasser dement wird? Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby Wird ein Testament unwirksam, wenn der Erblasser dement wird? Nein, ein einmal wirksam errichtetes Testament bleibt auch dann wirksam, wenn der Testierer später seine Geschäftsfähigkeit verliert. Erbrechtkanzlei Ruby – Wir machen nur Erbrecht – Wir helfen Ihnen – Überall in Deutschland –…

Menü