Erbteilung: Ausgleich von Schenkungen bei testamentarischer Erbeinsetzung

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Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Der Gesetzgeber will, dass Kinder grundsätzlich gleich behandelt werden. Deshalb sind bestimmte lebzeitge Zuwendungen des Vaters oder der Mutter an Einzelkinder auszugleichen, wenn andere Kinder solche Schenkungen nicht erhalten haben. Die Ausgleichung erfolgt bei gesetzlicher Erbfolge unter allen Kindern, bei testamentarischer Erbfolge unter den Kindern, die auf den gleichen Erbteil gesetzt sind. So bestimmt es das Gesetz.

§ 2052 BGB Ausgleichungspflicht für Abkömmlinge als gewillkürte Erben

Hat der Erblasser die Abkömmlinge auf dasjenige als Erben eingesetzt, was sie als gesetzliche Erben erhalten würden, oder hat er ihre Erbteile so bestimmt, dass sie zueinander in demselben Verhältnis stehen wie die gesetzlichen Erbteile, so ist im Zweifel anzunehmen, dass die Abkömmlinge nach den §§ 2050, 2051 zur Ausgleichung verpflichtet sein sollen.

Bespiel:

Die Eheleute V und W sind im gesetzlichen Güterstand – also ohne Ehevetrag – verheiratet. Sie haben drei Kinder K1, K2 und K3. V stirbt. Er hat W und K3 zu je 1/3 und K1 und K2 zu je 1/6 als Erben eingesetzt.

K1 hat zu Lebzeiten von V eine ausgleichungspflichtige Zuwendung von 60 (indexiert) erhalten. Nachlass 600.

Lösung:

Ausgleichung bei testamentarischer Erbeinsetzung, § 2052 BGB

Ausgleichung nur unter K1 und K2 je 1/6, da die Mutter W kein Abkömmling ist und K3 einen anderen Erbteil erhalten hat.

–Die 2/6 des realen Nachlasses für K1 und K2 betragen 200

–Für K1 errechnet sich sein Ausgleichungserbteil so:

Ausgleichungsnachlass 200 + 60 Vorempfang K1 = 260

– x ½ Verteilung unter K1 und K2  = 130

– ./. 60 Vorempfang K1  = 70 für K1

–und 130 für K2

–Probe: 200 W + 70 K1 + 130 K2 + 200 K3 = 600

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