Fällt die testamentarische Anordnung eines Nacherben einmal weg?

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Fällt die testamentarische Anordnung eines Nacherben einmal weg? Anordnung eines Nacherben.  Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Anordnung eines Nacherben

Wenn der Erblasser E einen Vorerben V und einen Nacherben  N im Testament bestimmt hat, ist der Vorerbe nur Erbe auf Zeit. Wenn der sog. Nacherbfall eintritt, wird N Nacherbe. Der Nacherbfall tritt in aller Regel mit dem Tode des Vorerben ein.

Allerdings gibt es eine zeitliche Grenze für die Anordnung der Nacherbfolge. Wenn 30 Jahre seit dem Erbfall vergangen sind, wird die Einsetzung des Nacherben grundsätzlich unwirksam.

Von dieser Regel gibt es aber wiederum zwei Ausnahmen:

  • Ausnahme 1 (personenbezogene Ausnahme): Die Nacherbeneinsetzung bleibt auch nach dem Ablauf von dreißig Jahren nach dem Erbfall wirksam, wenn die Nacherbfolge für den Fall angeordnet ist, dass in der Person des Vorerben  V oder des Nacherben N ein bestimmtes Ereignis eintritt, und derjenige in dessen Person das Ereignis eintreten soll, zur Zeit des Todes von E bereits lebte.
    Wenn also der Vorerbe V im Zeitpunkt des Todes von E bereits lebte oder zumindest gezeugt war und die Nacherbfolge für den Fall des Todes von V angeordnet ist, bleibt es bei der Nacherbfolge auch dann, wenn V z.B. 70 Jahre nach dem E stirbt.
  • Ausnahme 2 (bei der Geburt weiterer Nacherben-Geschwister):  Die Nacherbeneinsetzung bleibt auch nach dem Ablauf von dreißig Jahren nach dem Erbfall wirksam, wenn dem Vorerben V oder dem Nacherben N für den Fall, dass ihm ein Bruder oder eine Schwester geboren wird, der Bruder oder die Schwester als Nacherbe bzw. weiterer Nacherbe bestimmt ist.

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