Hypothek oder Grundschuld am Anteil eines Miterben am Nachlassgrundstück nicht möglich

  1. Startseite
  2. Tipps & Tricks
  3. Hypothek oder Grundschuld am Anteil eines Miterben am Nachlassgrundstück nicht möglich

Grundschuld am Anteil eines Miterben am Nachlassgrundstück?Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Grundschuld am Anteil eines Miterben am Nachlassgrundstück?

Frage
Ich habe zusammen mit meinem Bruder meinen Vater zur Hälfte beerbt. Mein Vater hat ein Haus hinterlassen. Ich schulde einem Freund Geld. Der will jetzt als Sicherheit die Eintragung einer Hypothek an dem Grundstück. Mein Bruder ist damit nicht einverstanden. Kann er die Eintragung der Hypothek an meiner Hälfte verweigern?

Antwort:
Eine Hypothek an Ihrer Grundstückshälfte kann gar nicht eingetragen werden, weil es diese Grundstückshälfte rechtlich gesehen gar nicht gibt. Das gesamte Grundstück gehört der Erbengemeinschaft, die aus Ihnen und Ihrem Bruder besteht. Einen Anteil an dem Hausgrundstück, der Ihnen alleine gehört und den Sie mit der Hypothek belasten könnten, existiert rechtlich überhaupt nicht. Hierzu bestimmt § 1114 BGB:

§ 1114 BGB Belastung eines Bruchteils
Ein Bruchteil eines Grundstücks kann ……  mit einer Hypothek nur belastet werden, wenn er in dem Anteil eines Miteigentümers besteht.

Da es einen Anteil am Hausgrundstück, der Ihnen gehört nicht gibt, kann er auch nicht belastet werden. Die gewünschte Hypothek ist in Ihrem Fall rechtlich unmöglich, und zwar selbst dann, wenn Ihr Bruder sogar zustimmen würde könnte keine Hypothek an einem rechtlich nicht existierenden Anteil eingetragen werden.

Sie müssen, um Ihren Darlehensgläubiger abzusichern, diesem Ihren Erbteil oder einen Bruchteil Ihres Erbteils verpfänden. Das ist sogar ohne Zustimmung Ihres Bruders möglich.

Erbrechtkanzlei Ruby – Wir machen nur Erbrecht – Wir helfen Ihnen – Überall in Deutschland – Tel. 07721 / 9930505

Wichtig: Auch wenn sich auf unserer Homepage vieles für Sie einfach darstellen mag, fehlt auch dem intelligentesten Laien der Gesamtüberblick im Erbrecht. Oft werden schwierigste Punkte, die scheinbar im Vordergrund stehen, verstanden, grundlegende andere Probleme, die für den konkreten Fall wirklich entscheidend sind, aber gar nicht gesehen. Wir empfehlen Ihnen daher, unsere günstige Erstberatung von bis zu 1,5 Stunden in Anspruch zu nehmen. Die Erstberatung kann persönlich, telefonisch, schriftlich oder per Mail erfolgen. Sie kostet nur 190 Euro plus Mehrwertsteuer (eventuell noch Postgebührenpauschale, also im Ergebnis 226,10 oder 249,90 Euro). Sparen Sie nicht am falschen Ort. Oft müssen die Erben später viele Jahre prozessieren und Zigtausende an Anwalts- und Gerichtskosten zahlen, nur weil der Erblasser die geringen Erstberatungskosten sparen wollte. Übrigens: Bei einer Erstberatung durch uns erhalten Sie Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung kostenlos.

Das könnte Sie auch interessieren

Zitate und Sprüche zum Erbrecht (Buchstabe L)

Zitate und Sprüche zum Erbrecht (Buchstabe L). Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby Zitate und Sprüche zum Erbrecht (Buchstabe L) Lebenserwartung In Baden-Württemberg ist die Lebenserwartung um ein Jahr höher als im Bundesdurchschnitt. Im Bundesdurchschnitt werden die Männer 74, in Baden Württemberg 75; die Frauen werden im Bundesschnitt 80, in Baden-Württemberg 81. Interessanterweise ist die Lebenserwartung in…

Was passiert, wenn das private Testament nicht handgeschrieben ist?

Was passiert, wenn das private Testament nicht handgeschrieben ist?. Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby Was passiert, wenn das private Testament nicht handgeschrieben ist? Da bleibt nicht einmal wertloses Laub, wenn das Rechtsgeschäft wegen Verstoßes gegen die Formvorschriften nichtig ist  Wenn das private Testament nicht eigenhändig und handschriftlich verfasst ist, ist die durch Gesetz vorgeschriebene Form…

BGB § 2197 Ernennung des Testamentsvollstreckers

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby § 2197 BGB Ernennung des Testamentsvollstreckers    (1) Der Erblasser kann durch Testament einen oder mehrere Testamentsvollstrecker ernennen.    (2) Der Erblasser kann für den Fall, dass der ernannte Testamentsvollstrecker vor oder nach der Annahme des Amts wegfällt, einen anderen Testamentsvollstrecker ernennen. 1. Welche rechtliche Stellung hat der Testamentsvollstrecker nach dem BGB?…

Menü