Sind Analogieschlüsse im Erbrecht möglich?

  1. Startseite
  2. Tipps & Tricks
  3. Sind Analogieschlüsse im Erbrecht möglich?

Analogieschlüsse im Erbrecht

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Sind Analogieschlüsse im Erbrecht möglich?

Eine Analogie ist die Anwendung einer für einen bestimmten Tatbestand gegebenen Rechtsvorschrift auf verwandte (rechtsähnliche) Tatbestände. Sie ist als allgemeiner Rechtsgrundsatz auch im Erbrecht möglich.

Beispiel: Analoge Anwendung des § 2066 BGB

§ 2066 BGB Gesetzliche Erben des Erblassers
 Hat der Erblasser seine gesetzlichen Erben ohne nähere Bestimmung bedacht, so sind diejenigen, welche zur Zeit des Erbfalls seine gesetzlichen Erben sein würden, nach dem Verhältnis ihrer gesetzlichen Erbteile bedacht. Ist die Zuwendung unter einer aufschiebenden Bedingung oder unter Bestimmung eines Anfangstermins gemacht und tritt die Bedingung oder der Termin erst nach dem Erbfall ein, so sind im Zweifel diejenigen als bedacht anzusehen, welche die gesetzlichen Erben sein würden, wenn der Erblasser zur Zeit des Eintritts der Bedingung oder des Termins gestorben wäre.

§ 2066 BGB ist analog anwendbar auf Zuwendungen an die gesetzlichen Erben eines Dritten, da dieser Fall dem Grundgedanken des § 2066 BGB entspricht.

Erbrechtkanzlei Ruby – Wir machen nur Erbrecht – Wir helfen Ihnen – Überall in Deutschland – Tel. 07721 / 9930505

Wichtig: Auch wenn sich auf unserer Homepage vieles für Sie einfach darstellen mag, fehlt auch dem intelligentesten Laien der Gesamtüberblick im Erbrecht. Oft werden schwierigste Punkte, die scheinbar im Vordergrund stehen, verstanden, grundlegende andere Probleme, die für den konkreten Fall wirklich entscheidend sind, aber gar nicht gesehen. Wir empfehlen Ihnen daher, unsere günstige Erstberatung von bis zu 1,5 Stunden in Anspruch zu nehmen. Die Erstberatung kann persönlich, telefonisch, schriftlich oder per Mail erfolgen. Sie kostet nur 190 Euro plus Mehrwertsteuer (eventuell noch Postgebührenpauschale, also im Ergebnis 226,10 oder 249,90 Euro). Sparen Sie nicht am falschen Ort. Oft müssen die Erben später viele Jahre prozessieren und Zigtausende an Anwalts- und Gerichtskosten zahlen, nur weil der Erblasser die geringen Erstberatungskosten sparen wollte. Übrigens: Bei einer Erstberatung durch uns erhalten Sie Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung kostenlos.

Das könnte Sie auch interessieren

Nichteheliche Lebensgefährten im Erbschaftsteuerrecht wie Fremde

Druckansicht öffnen  [ 14.03.2012 ] Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby   Lebensgefährten, die ohne Trauschein zusammenleben, werden erbschaftsteuerlich wie Fremde behandelt. Bei Zuwendungen – sei es als Schenkung oder von Todes wegen – besteht nur ein Schenkung- oder Erbschaftsteuerfreibetrag von 20.000 Euro. Der darüber hinausgehende Erwerb ist in der ungünstigsten Erbschaftsteuerklasse III zu versteuern, deren…

Erbengemeinschaft: Kein Anspruch auf isolierte Auszahlung!

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby Frage: Mein Onkel ist verstorben und hat ein Haus im Wert von 160.000,00 € und Geld bei der Bank in Höhe von ebenfalls 160.000,00 € hinterlassen. Wir sind 8 Miterben zu gleichen Teilen. Ich möchte nun sofort die mir zustehenden 20.000,00 € bei der Bank abholen, da ich das Geld…

ROK BGB § 2380 Gefahrübergang, Nutzungen und Lasten nach Verkauf

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby   Wann geht beim Erbschaftskauf die Gefahr des zufälligen Untergangs der Erbschaftsgegenstände auf den Käufer über? Schon mit dem Abschluss des Vertrags, nicht erst mit der Übergabe wie sonst beim Kauf. § 2380 BGB Gefahrübergang, Nutzungen und Lasten nach Verkauf    Der Käufer trägt von dem Abschluss des Kaufs an…

Menü