Bloße Behauptung der Testierunfähigkeit des Erblassers veranlasst kein nachlassgerichtliches Sachverständigengutachten

Behauptung der Testierunfähigkeit des Erblassers. Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Behauptung der Testierunfähigkeit des Erblassers

Frage:
Ich hatte zum Ehemann meiner Tante ein gutes Verhältnis, das sich trotz der Scheidung fortsetzte. Er hatte keine Kinder oder oder Geschwister und hat mich als er ins Krankenhaus musste, im Krankenhaus in einem Testament zu seiner Alleinerbin eingesetzt. Er ist kurze Zeit danach gestorben. Jetzt macht eine entfernte Verwandte im Erbscheinsverfahren die Testierunfähigkeit des Erblassers geltend. Kann die das so einfach?

Antwort:
Testierunfähig ist, wer wegen krankhafter Störung der Geistestätigkeit, wegen Geistesschwäche oder wenn Bewusstseinsstörungen nicht in der Lage ist, die Bedeutung der von ihm abgegebenen Willenserklärung einzusehen und nach dieser Einsicht zu handeln. Hieraus folgt, dass nicht jede Geisteskrankheit oder –schwäche sich auf die Testierfähigkeit auswirkt. Es kommt vielmehr darauf an, ob der Erblasser im Zeitpunkt der Testamentserrichtung noch in der Lage ist, sich ein Urteil über den Inhalt und die Tragweite seiner Verfügung zu bilden. Bei Zweifeln an der Testierfähigkeit des Erblassers diese aufzuklären, was durch Einholung eines Sachverständigengutachtens erfolgt. Das Nachlassgericht ist zu einer solchen Beweisaufnahme aber nicht schon deshalb gezwungen, nur weil ein Beteiligter die Testierunfähigkeit einfach bloß behauptet. Es müssen konkrete Anhaltspunkte vorliegen, aus denen sich zumindest ernsthafte Zweifel an der Testierfähigkeit des Erblassers ableiten lassen. Das war aber in Ihrem Fall nicht so.

Tipp: Lesen Sie bitte OLG Düsseldorf vom 1. Juni 2012, I-3 Wx 273/11 in NJW-RR 2012, 1100

Erbrechtkanzlei Ruby – Wir machen nur Erbrecht – Wir helfen Ihnen – Überall in Deutschland – Tel. 07721 / 9930505

Wichtig: Auch wenn sich auf unserer Homepage vieles für Sie einfach darstellen mag, fehlt auch dem intelligentesten Laien der Gesamtüberblick im Erbrecht. Oft werden schwierigste Punkte, die scheinbar im Vordergrund stehen, verstanden, grundlegende andere Probleme, die für den konkreten Fall wirklich entscheidend sind, aber gar nicht gesehen. Wir empfehlen Ihnen daher, unsere günstige Erstberatung von bis zu 1,5 Stunden in Anspruch zu nehmen. Die Erstberatung kann persönlich, telefonisch, schriftlich oder per Mail erfolgen. Sie kostet nur 190 Euro plus Mehrwertsteuer (eventuell noch Postgebührenpauschale, also im Ergebnis 226,10 oder 249,90 Euro). Sparen Sie nicht am falschen Ort. Oft müssen die Erben später viele Jahre prozessieren und Zigtausende an Anwalts- und Gerichtskosten zahlen, nur weil der Erblasser die geringen Erstberatungskosten sparen wollte. Übrigens: Bei einer Erstberatung durch uns erhalten Sie Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung kostenlos.

Menü