Europäische Erbrechtsverordnung

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Europäische Erbrechtsverordnung. Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Die neue Europäische Erbrechtsverordnung, die  seit August 2015 grenzüberschreitende Erbfälle regelt, hat aus deutscher Sicht einige Änderungen gebracht. Mit dem Preis der Aufgabe klarer Anknüpfungspunkte (wie bisher der Staatsangehörigkeit) sollen Nachlassspaltungen vermieden werden. Die Anknüpfung erfolgt zukünftig entweder an das Aufenthaltsrecht oder das (gewählte) Heimatrecht des Erblassers. Im Klartext: Es gilt das Erbrecht des Wohnortes des Erblassers (für den Deutschen in Spanien also das jeweilige spanische Regionalerbrecht) oder sein von ihm im Testament gewähltes Heimatrecht (wenn er im Testament eine Rechtswahl trifft dass das deutsche Erbrechte gelten soll).

Damit einher geht eine Erleichterung in verfahrensrechtlicher Hinsicht aufgrund einer Gesamtzuständigkeit der Behörden des Aufenthaltsstaates verbunden mit dem einheitlichen Nachlasszeugnis und der Anerkennung ausländischer Entscheidungen. Alte Testamente auf Basis des bisherigen Rechtes müssen daher auf den Prüfstand gestellt und gegebenenfalls den ab August 2015 geltenden Regelungen angepasst werden.

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