Was ist der Unterschied zwischen einem Testament und einem Erbvertrag?

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[ 09.03.2014 ]

Gerhard Ruby - Portrait

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Ein Testament ist ein einseitiges Rechtsgeschäft. Der Erblasser erklärt einseitig auf dem Papier seinen letzten Willen, ohne dass jemand zuhören oder gar zustimmen muss. Das Testament entfaltet seine Rechtswirkungen erst nach dem Todesfall, ist aber bereits mit seiner Vollendung wirksam errichtet. Weil eine einseitige Willenserklärung vorliegt, kommt es bei der Auslegung auch alleine auf den Willen des Erblassers an. Was ein anderer über das Testament denkt, ist für die Auslegung ohne Bedeutung.

Ganz anders ist es beim Erbvertrag. Der Erbvertrag ist ein zweiseitiges Rechtsgeschäft. Er kommt durch eine empfangsbedürftige Willenserklärung zu Stande. Die erbvertraglichen Verfügungen des Erblassers müssen also vom Vertragsgegner akzeptiert werden. Der Erbvertrag ist mit seiner Unterzeichnung wirksam und hat ab diesem Zeitpunkt auch schon Rechtswirkungen. Für seine Auslegung ist nicht nur der Wille des Erblassers relevant, sondern auch der Wille des Vertragsgegners.

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