Vorsicht vor Eheverträgen!

  1. Startseite
  2. Tipps & Tricks
  3. Vorsicht vor Eheverträgen!

Vorsicht vor Eheverträgen! Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Frage: Warum kann ein Ehevertrag so gefährlich sein?

Antwort: In Eheverträgen wird oft Gütertrennung vereinbart, was im Fall der Scheidung den Verlust von Zugewinn-Ausgleichs-Ansprüche bedeutet. In der Regel benachteiligt das Frauen, denn in der Mehrzahl der Fälle können sie sich während der Ehe weniger eigenes Vermögen verschaffen.

Frage: Lauern in einem Erbvertrag noch andere Gefahren?

Antwort: Ja, denn oft enthält er für den Fall der Scheidung einen wechselseitigen Unterhaltsverzicht, nicht selten auch gleich noch den Ausschluss des Versorgungsausgleichs, also den Verzicht auf Rentenansprüche. Das bedeutet einen massiven Verlust an Zukunftssicherung.

Frage: Hat eine Ehevertrag auch erbrechtliche Bedeutung?

Antwort: In der Tag. Das wird oft übersehen. Wer Gütertrennung vereinbar, verliert in der Regel auch einen Teil seines gesetzlichen Erbrechts nach dem Tod des Ehepartners. Und noch schlimmer: Da die Pflichtteilsquote vom gesetzlichen Erbrecht abhängt, wird auch sie reduziert. Hinzu kommen erbschaftsteuerliche Nacheile.

Frage: Aber bedeutet Gütertrennung nicht den Vorteil, dass die Ehefrau nicht mehr für die Schulden des Mannes haftet, vor allem die geschäftlichen?

Antwort: Das ist ein großer Irrtum. Auch im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft haftet man nicht für die Schulden des anderen Ehepartners, schon gar nicht für die betrieblichen. Etwas anderes gilt nur bei der sogenannten Schlüsselgewalt, z.B. bei einem Reparaturauftrag für den Kühlschrank.

Frage: Oft wird zusammen mit dem Ehevertrag auch gleich ein Erbvertrag geschlossen. Ist das vernünftig?

Antwort: Nur im Einzelfall. Die meisten Eheleute machen sich nicht klar, dass ein Erbvertrag bindet. Ohne Zustimmung des anderen Ehepartners kommt man in der Regel aus dem Versprechen nicht mehr heraus. Diese Warnung gilt für alle, die über einen Erbvertrag nachdenken. Deshalb ist im Normalfall ein Testament besser, weil man dieses jederzeit ändern kann. Es bleibt dann also bei der Testierfreiheit.

Erbrechtkanzlei Ruby – Wir machen nur Erbrecht – Wir helfen Ihnen – Überall in Deutschland – Tel. 07721 / 9930505

Wichtig: Auch wenn sich auf unserer Homepage vieles für Sie einfach darstellen mag, fehlt auch dem intelligentesten Laien der Gesamtüberblick im Erbrecht. Oft werden schwierigste Punkte, die scheinbar im Vordergrund stehen, verstanden, grundlegende andere Probleme, die für den konkreten Fall wirklich entscheidend sind, aber gar nicht gesehen. Wir empfehlen Ihnen daher, unsere günstige Erstberatung von bis zu 1,5 Stunden in Anspruch zu nehmen. Die Erstberatung kann persönlich, telefonisch, schriftlich oder per Mail erfolgen. Sie kostet nur 190 Euro plus Mehrwertsteuer (eventuell noch Postgebührenpauschale, also im Ergebnis 226,10 oder 249,90 Euro). Sparen Sie nicht am falschen Ort. Oft müssen die Erben später viele Jahre prozessieren und Zigtausende an Anwalts- und Gerichtskosten zahlen, nur weil der Erblasser die geringen Erstberatungskosten sparen wollte. Übrigens: Bei einer Erstberatung durch uns erhalten Sie Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung kostenlos.

Das könnte Sie auch interessieren

Wichtige Gesetze im Erbrecht

Druckansicht öffnen  [ 22.03.2015 ] Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby BGB – Bürgerliches Gesetzbuch GNotKG – Gesetz über Kosten der freiwilligen Gerichtsbarkeit für Gerichte und Notare LpartG – Gesetz über die eingetragene Lebenspartnerschaft BNotO – Bundesnotarordnung BeurkG – Beurkundungsgesetz FamFG – Gesetz über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit VerschG…

Wer ist zum Amt eines Testamentsvollstreckers unfähig?

Wer ist zum Amt eines Testamentsvollstreckers unfähig? Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby Wer ist zum Amt eines Testamentsvollstreckers unfähig? Geschäftsunfähige in der Geschäftsfähigkeit Beschränkte Personen, die zur Besorgung ihrer Vermögensangelegenheiten einen Betreuer erhalten haben. § 2201 BGB Unwirksamkeit der Ernennung    Die Ernennung des Testamentsvollstreckers ist unwirksam, wenn er zu der Zeit, zu welcher er…

Pflichtteilsberechtigte erhalten beim Grundbuchamt Einsicht

Pflichtteilsberechtigte erhalten beim Grundbuchamt selber Einsicht. Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby Pflichtteilsberechtigte erhalten beim Grundbuchamt selber Einsicht Sehr geehrte Damen und Herren, am 30.03.2015 habe ich versucht, telefonisch beim Grundbuchamt P. ( MV ) zu erfragen , wie es sich mit der Einsichtnahme von Pflichtteilsberechtigten Kindern nach dem Tod der Eltern verhält. Die Antwort der…

Menü